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Kommentar Nach der Wahl in Delmenhorst: Ringen um richtigen Weg

Meinung – Thomas Breuer | 13.09.2016, 20:21 Uhr

Zumindest diejenigen, die der AfD am vergangenen Sonntag als reine Protestwähler ihre Stimmen gegeben haben, kommen nun womöglich noch einmal ins Grübeln. Ein Kommentar.

War es richtig, einer Partei auf fünf Jahre Verantwortung zu übertragen, die in dem Ruf steht, eher gegen als für etwas zu sein? War es gewollt, sie gar in führende Rollen in den Fachausschüssen des Rates zu bringen?

Distanzieren, nicht ausgrenzen

Dennoch: Die etablierten demokratischen Parteien werden gut daran tun, zwar auf Distanz zur AfD zu bleiben, sie nicht aber kategorisch auszugrenzen. Andernfalls würden SPD, CDU & Co. selbst der neuen rechtspopulitischen Fraktion im Rat die besten Argumente liefern. Frei nach dem Motto: Wir wollten ja etwas bewegen, aber die anderen haben uns behindert, wo es geht.

„Kungelei“ nicht provozieren

Diesen Fehler zu begehen, wäre Wasser auf die Mühlen derer, die mit dem noch amtierenden Rat nicht zufrieden sind. „Kungelei“ würde es schnell heißen, wie schon des Öfteren im AfD-Wahlkampf zu hören. Dazu darf es nicht kommen, weil die sieben AfD-Sitze einer demokratischen Wahl entsprungen sind.