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Kommentar Physiotherapie in der Krise: Zynisch statt menschlich

Meinung – Frederik Grabbe | 04.06.2018, 23:31 Uhr

Die Branche der Physiotherapeuten fordert eine deutliche finanzielle Aufwertung ihres Berufsstandes. Sie kreidet den Krankenkassen einen Sparzwang an. Zynisch, dass sich medizinische Hilfe in manchen Fällen nach dem Budget der Ärzte orientiert, und nicht nach Bedürfnis des Kranken. Ein Kommentar.

Es grenzt an einem Offenbarungseid: Das gegenwärtige System, wie Krankenkassen Leistungen von Ärzten, Physiotherapeuten und Co. vergüten, unterliegt der Kostenkontrolle – und nicht der Frage nach der bestmöglichen Versorgung des Patienten. Hält ein Arzt sein persönliches Budget nicht ein, haftet er im schlechtesten Fall mit seinem persönlichen Einkommen, auch wenn er dazu schon weit daneben liegen muss. Ein solches System ist zynisch, wo es menschlich sein sollte.

Wer es jedoch mit dem Argument der Kostenkontrolle stützt, sollte vor allem in Richtung Prävention denken. Wer jetzt dafür Geld in die Hand nimmt, spart sich teure Folgekosten in der Zukunft. Vielfältige Beispiele, wie das gehen kann, liefert ein viel zu lange vernachlässigter Bereich der Gesundheitsversorgung: die Physiotherapie.