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Kommentar Razzia im Wollepark: Signal an die Parallelgesellschaft

Meinung – Thomas Breuer | 27.03.2017, 22:40 Uhr

Den starken Worten folgen seit Monaten Taten – und das ist ein starkes Signal.

Nichts gegen die Gemeinwesenarbeit im Wollepark, aber mit guten Worten und sozialen Projekten ist denen nicht beizukommen, die vor allem dort Deckung suchen, wo das Quartier am meisten heruntergekommen ist.

Manche wollen einfach nur ungestört wohnen

„Das Strafgesetzbuch rauf und runter“ umfasst nach den Worten der polizeilichen Einsatzleiter die Art der Delikte, die mit Menschen aus Teilen des Wolleparks in Verbindung gebracht werden. Um so schlimmer für die, die dort einfach nur ungestört wohnen wollen – oder müssen, weil sie anderswo nicht unterkommen.

Nicht der letzte Nadelstich

Das Signal an die sich entwickelnde – oder teilweise schon existente – Parallelgesellschaft wird nicht das letzte dieser Art gewesen sein. Wo zwei Prozent der Stadtbevölkerung leben, aber elf Prozent der Haftbefehle und gesuchten Personen auf das Quartier entfallen, kann die Welt nicht in Ordnung sein. Und die Verantwortlichen dürfen dies im Sinne der Allgemeinheit nicht tolerieren.

Endlich ziehen alle an einem Strang

Signale wie gestern hätten getrost schon ein paar Jahre früher kommen dürfen. Dass jetzt alle an einem Strang ziehen, erhöht dafür die Schlagkraft.