Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Kommentar Thema Hertie-Haus: Subventionspolitik hinter der Fassade

Meinung – Thomas Breuer | 20.11.2015, 19:04 Uhr

Die Ansage war vom Start weg klar: Ohne die Inanspruchnahme öffentlicher Mittel wird der Investor Deutsche Immobilien Holding (DIH) das Hertie-Projekt nicht stemmen. Andere Interessenten sind nicht in Sicht, also muss der Steuerzahler seinen Obolus leisten.

Das ist auch in Ordnung, denn kaum etwas anderes wäre belastender für die City, als den verwaisten Betonklotz noch auf Jahre hinaus zu ertragen. Seit Frühjahr 2009 schon währt im östlichen Teil der Langen Straße der Stillstand. Dort, wo einst das Leben pulsierte.

Die Verwaltung hat vorausschauend gehandelt, indem sie den Bereich als Sanierungsgebiet ausgewiesen und Fördermittel beantragt hat. Von dem, was die öffentliche Hand bei Hertie gibt, muss die Stadt neben Bund und Land „nur‘“ ein Drittel aufbringen. Doch im ersten Schritt sind auch dies schon fast 500.000 Euro.

Darf kein Dauerzuschussprojekt werden

Der Rat wird dem städtebaulichen Vertrag zustimmen müssen, denn dass der Investor andernorts mit einem anderen Objekt einen deutlich besseren Schnitt machen könnte, liegt auf der Hand. Zu einem Dauerzuschussprojekt darf das Hertie-Projekt trotzdem nicht werden. Das kann sich Delmenhorst mit seinen vielen Großbaustellen (Wollepark, Klinikum etc.) nicht leisten.