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Kommunalwahl am 11. September Delmenhorster FDP öffnet Listen weit für Parteilose

Von Thomas Breuer | 03.05.2016, 14:54 Uhr

Der Wunsch von FDP-Vorstandsmitglied Claus Hübscher ist bescheiden. Wenigstens mit einem Punkt im noch zu erstellen Parteiprogramm für die Kommunalwahl am 11. September sollten sich Kandidaten auf der FDP-Liste identifizieren können. Ansonsten, das machte eine Versammlung potenzieller Ratskandidaten am Montagabend im Riva deutlich, wird vor allem der Wille, in Delmenhorst etwas zu bewegen, verlangt – und eben nicht ausdrücklich die Parteimitgliedschaft.

Das führt nach jetzigem Stand dazu, dass sich auf den FDP-Listen für die vier Delmenhorster Wahlbereiche ungewöhnlich viele Parteilose finden werden. Von 22 Frauen und Männern, die zum ersten Vorgespräch gekommen waren, besitzt nur die Hälfte ein Parteibuch. Dennoch sind 20 von ihnen fest entschlossen zu kandidieren, einer von ihnen auch für den Ortsrat Hasbergen. Und es soll noch weitere Interessenten geben.

Murat Kalmis lenkt den Wahlkampf für die Partei

Für die Partei, die bei der Kommunalwahl 2011 nur 4,3 Prozent der Stimmen holte, hat in erster Linie der nunmehr zum Wahlkampfmanager ausgerufene Fraktionsvorsitzende Murat Kalmis in den vergangenen Monaten in seinem Umfeld die Werbetrommel gerührt. Als Kandidat dabei ist nun nicht nur sein Spezi, der Gastronom Manuel Mutlu (MarktEins) . Dazu gesellen sich neben anderen die Schausteller Andreas Kutschenbauer, Marcel Kutschenbauer und Nicole Rauwald, Geschäftsführer Holger Moh (Zeitarbeitsfirma Die p.A.) und Dachdeckermeister Carsten Osterloh, aber auch sehr junge Leute wie der Student Merlin Varol (23). „Wir hatten noch nie so eine junge Mannschaft und noch nie eine Mannschaft mit so vielen Selbstständigen“, freut sich Hübscher, mit 69 Jahren wohl ältester FDP-Kandidat.

Bei der Wahl 2011 nur zwei Mandate geholt

Verfügte die FDP nach der vergangenen Kommunalwahl nur über zwei Mandate, so sind es aktuell als Gruppe FDP/Stöver vier. Sowohl Kalmis, der Kreisvorsitzende Tamer Sert, Axel Konrad (ursprünglich auf CDU-Ticket im Rat) und Jürgen Stöver (ehemals SPD) wollen wieder antreten. Mit Stöver haben die Freidemokraten schon jetzt einen parteilosen Mandatsträger in ihrem Lager, dessen Name sich bei der Wahl auf der Parteiliste finden wird, ohne dass er Mitglied ist.

Axel Konrad steht wieder zur Partei

Konrad hatte noch vor knapp einem halben Jahr seinen Austritt aus der FDP zum Ende der Wahlperiode erklärt und dies mit der „Einstellung der FDP zur Flüchtlingspolitik, zu Pegida und zur Vorratsdatenspeicherung“ begründet. Inzwischen ist er wieder fest entschlossen, für ein neues Mandat zu kämpfen und sagt: „Die Mischung, die Murat zusammengestellt hat, ist schon interessant.“ Mit der Bezirksvorsitzenden Angelika Brunkhorst hat er sich nach eigenen Worten ausgesprochen, die jetzige Konstellation in der FDP sei wieder so, „wie sie sein sollte“.

Parteimitglieder entscheiden am 23. Juni über Listen

Zwei weitere Kandidatentreffen treffen soll es noch geben, bevor die aktuell 35 Parteimitglieder erst am 23. Juni im Hotel Thomsen über die Kandidaten entscheiden werden. Der Parteiprogrammtag ist für den 19. Mai im Hotel Goldenstedt geplant. Den parteilosen Anwärtern gab Hübscher am Montag doch noch mit auf den Weg: „Es wäre gut, wenn sich jeder mit dem identifizieren kann, was wir im Programm haben.“