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Konflikt um aufgeschobene B212 Delmenhorster Initiative sieht keine Mehrverkehre

Von Michael Korn | 21.03.2016, 19:41 Uhr

Wenn die B212 im Delmenhorster Stadtnorden nicht neu gebaut wird, gibt es keine zusätzliche Verkehrsbelastung. Das bekräftigt die Bürgergemeinschaft unter Berufung auf Gutachten. Die Straßenbehörde dagegen schüre Ängste.

Im Konflikt um den Aufschub eines Neubaus der Bundesstraße B212 im Bereich des nördlichen Stadtgebiets hat die Bürgerinitiative Angaben zurückgewiesen, wonach es ohne die neue Straße mehr Verkehr auf dem bestehenden Straßennetz geben würde. Uwe Kroll und Martin Clausen, Sprecher der Interessengemeinschaft B212-freies Deich- und Sandhausen, bekräftigten unter Berufung auf drei Verkehrsgutachten: „Bei einem Bau der A281 in Bremen ohne B212n gibt es keine Mehrverkehre auf dem bestehenden Straßennetz!“ Die B212neu war im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 in die Kategorie „weiterer Bedarf“ herabgestuft worden.

Politik, Wirtschaft und Straßenbauverwaltung fühlen sich laut Kroll und Clausen „berufen, gemeinsam Druck zu machen, um eine Aufwertung dieses Projektes zu erwirken“. Politik und Wirtschaft hofften durch pauschale Aussagen zu überzeugen. Sachliche Inhalte zählten im Moment nicht. Die Interessengemeinschaft vermisse insbesondere Hinweise auf die Berücksichtigung der „äußerst problematischen Delmenhorster Situation bei einer Realisierung der B212n.“ Und die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr schüre Ängste vor Mehrverkehren auf der Landstraße L875 zwischen Deichhausen und Lemwerder und auf der L 877 durch Strom, sollte es nicht zu einer schnellen Realisierung der B212n kommen. Und dies vor allem dann, wenn in Bremen die A 281 mit Wesertunnel und Anschluss an die A1 fertiggestellt sei.

Laut Gutachten würden bei einem Bau der B212n auf der Stedinger Landstraße im Jahr 2030 durch Neuendeel und Bungerhof täglich 25300 Fahrzeuge fahren - laut einer jüngsten Prognose aber nur 8300 Fahrzeuge durch Neuendeel ohne die neue B212, aber mit der ausgebauten A281.

Offenbar hat nach Ansicht von Kroll und Clausen auch das Bundesministerium erkannt, dass in unserer Region an keiner Stelle Verkehrsengpässe entstehen, würde die B212n in den nächsten Jahrzehnten nicht gebaut. Das Bundesministerium habe richtigerweise erkannt, dass die Probleme, die bei einem B212-Bau entstünden, gewaltig wären. „Nicht nur für die Natur, sondern auch für die Menschen. Und diese Probleme sind aufgrund planerischer Fehlleistungen bis heute ungelöst!“, heißt es weiter. Die Bürger fordern daher Politik und Behörden auf, sich mit den Planungsgrundlagen zu beschäftigen und selbstkritisch eigene Versäumnisse zu hinterfragen. Statt Parolen und Desinformation sei jetzt eine sachliche Auseinandersetzung gefragt.