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Konflikt um mehr Parkraum Delmenhorster Parkplatz-Studie checkt auch Fläche bei Hertie

Von Michael Korn | 04.11.2017, 17:29 Uhr

Das überrascht: Nicht nur der Vorwerk in Delmenhorst, sondern auch das ehemalige Parkhaus-Gelände von Hertie steht im Fokus der umstrittenen Parkplatz-Studie.

Im Konflikt um mögliche zusätzliche Parkplätze im Bereich Am Vorwerk gerät überraschend zusätzlich eine Fläche an der Hertie-Ruine ins Blickfeld der Sondierungen. Nach Angaben aus dem Rathaus wird auch das Gelände des inzwischen abgerissenen Parkhauses an der Bebelstraße in die Parkraum-Prüfung einbezogen. Der Rat hatte noch am 25. Oktober ausschließlich „konzeptionelle Studien für Parkmöglichkeiten für die Fläche Am Vorwerk“ in Auftrag gegeben. 

Der City-Osten im Blickpunkt

Auf dk-Nachfrage sagte Stadtbaurätin Bianca Urban, dass der Parkplatzbedarf in der gesamten östlichen Innenstadt überprüft werde – inklusive der nördlich von Hertie gelegenen Fläche. Dort hatte der Investor, die Deutsche Immobilien-Holding (DIH), die alte baufällige Hochgarage abgeräumt, um Platz zu schaffen für eine künftige Wohnimmobilie. Im Hertie-Haus selbst, das gegenwärtig in den Rohbau-Zustand zurückversetzt wird, sollen im Untergeschoss etwa 60 Parkplätze entstehen, im Erdgeschoss und im 1. OG Einzelhandelsflächen sowie im Obergeschoss Dienstleistungbereiche. Die DIH, die 14,5 Millionen Euro in das ehemalige Kaufhaus inklusive knapp sechs Millionen Euro Subventionen investieren will, fordert von der Stadt ein nahegelegenes Zusatzangebot von rund 200 Parkplätzen. Dies war der Auslöser für die Ratspolitik trotz vorheriger breiter Ablehnung nun doch einen Prüfauftrag für weitere Stellflächen am Vorwerk zu erlassen. In der Beschlussformulierung wurde ausdrücklich das Wort „Parkdeck“ getilgt, offenkundig, um besorgte Anwohner nicht zusätzlich zu verärgern.

Gespräch mit Werner Uhde

Urban kündigte derweil ein Gespräch mit DIH-Aufsichtsrat Werner Uhde zur Parkplatz-Problematik an. Einen neuen Sachstand zum Fortgang bei den Vermarktungsbemühungen der Hertie-Flächen gebe es nicht. Bislang hatte Uhde hier keinen Vermietungserfolg vermelden können, da seinen Angaben zufolge ohne zusätzliches Parkplatzangebot kein Einzelhandelsunternehmen Hertie-Flächen belegen will. Ende Oktober hatte der Rat folgenden Beschluss im Wortlaut gefasst: „Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung in enger Abstimmung mit der Parkhaus GmbH konzeptionelle Studien für Parkmöglichkeiten für die Fläche Am Vorwerk zu beauftragen (Lage, Größe, Erschließung, Gestaltung), eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchzuführen und beides dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen. Die Studie muss Stellplätze für E-Mobilität ebenso enthalten wie ausreichende Fahrradabstellplätze. Mit dem Baumbestand ist schonend zu verfahren.“

Urban für attraktive Parkplätze

Baurätin Urban hatte in der Debatte bekräftigt, dass zusätzliche Verkaufsflächen auch ein „vernünftiges, attraktives Parkangebot“ bedingen. Die Abstimmung für die Parkplatzprüfung fiel am Ende mit 24:16 verhältnismäßig knapp aus.