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Konflikt um neue Bundesstraße: Gutachtenschwemme zur B 212 bei Delmenhorst

Von Michael Korn | 20.06.2016, 17:48 Uhr

Eine Flut von Gutachten zu den Folgen für die Umwelt sowie über mögliche Streckenverläufe bestimmt die nächsten Planungsschritte zur neuen Bundesstraße 212. Die unterschiedlichen Interessen werden dabei kaum auf einen Nenner zu bringen sein.

Die zwar aufgeschobenen, aber nicht aufgehobenen Planungen für den Neubau der Bundesstraße 212 im Norden von Delmenhorst werden mit umfangreichen Umweltgutachten im Herbst fortgesetzt. Das ist unter anderem ein Ergebnis des neuen Dialogforums, das Vertreter unterschiedlicher Interessengruppen an einen Tisch bringt und die Landesstraßenbaubehörde in ihrer Planungsarbeit unterstützt. Den Umweltanalysen schließen sich weitere Expertisen zu den möglichen Streckenverläufen des 13 Kilometer langen Abschnitts zwischen Harmenhausen bei Lemwerder und der A 281 in Bremen-Niedervieland an.

Strittiger Bereich Deichhausen

Dialog-Moderator Jens Stachowitz bekräftigte, dass in dem Forum der strittige B-212-Bereich in Delmenhorst-Deichhausen diskutiert werden soll. Neun Varianten (drei Trassenvarianten mit je drei Anschlussvarianten) müssten systematisch auf ihre Vor- und Nachteile hin untersucht werden. Dabei kämen die Auswirkungen auf die Siedlung genauso zur Sprache wie die Eingriffe in Natur und Landschaft. Stachowitz: „Zu unterschiedlich sind die Interessen der Beteiligten, sodass eine gemeinschaftliche Lösung unwahrscheinlich und damit ein unrealistisches Arbeitsziel ist“. BUND und NABU blieben dem Forum fern, da sie nicht mithelfen wollten, die Planung genehmigungsfähig zu machen.

Umstrittene Bremer Forderung

Dass die Ansichten über die Straßenplanung sehr unterschiedlich sind, habe auch die Diskussion bei diesem ersten Treffen gezeigt. Am Ende sei die Kontroverse aber kultiviert geführt worden. Stachowitz: „Selbst die derzeit hoch umstrittene Forderung des Bremer Senats, die Planung der Ortsumfahrung Delmenhorst wieder aufzunehmen, wurde in sachlicher Atmosphäre angesprochen.“ Joachim Delfs, Chef der Oldenburger Straßenbaubehörde, habe deutlich gemacht, dass seine Behörde „ausschließlich den Auftrag habe, die B212n zu planen“. Er erwarte, dass genau dieser Auftrag vom Bundestag erneuert wird . Im neuen Bundesverkehrswegeplan war die B 212neu, die zwischen Huntebrück und Berne bereits in Bau ist, vom vordringlichen in den weiteren Bedarf herabgestuft worden.