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Konflikte schwelen weiter Hasbergen kommt nicht zur Ruhe

Von Jan Eric Fiedler | 07.07.2015, 19:29 Uhr

Herbert Sudau (CDU) wirft Uwe Dähne (UAD) eine Schmuddelkampagne gegen ihn vor. Er legt in einem offenen Brief seine Wünsche für die Ortsentwicklung in Hasbergen dar. Die von ihm gewünschte Fläche war im Juni – auch mit Dähnes Stimme – vom Verwaltungsausschuss abgelehnt worden.

Drei Bauplätze für Hasbergen: Das ist das Ergebnis nach vierjähriger Diskussion im Ort und in den politischen Gremien. Zwei Ortsbürgermeister sind in dieser Zeit zurückgetreten, die zuvor oft demonstrierte Einigkeit im Ortsrat blieb auf der Strecke. Der größte Streitpunkt war eine Fläche am Südfeld. Die Familie von Herbert Sudau, der für die CDU im Ortsrat sitzt, wollte hier mehrere Häuser bauen.

Sudau schreibt Brief an Hasberger

In den ursprünglichen Planungen waren auch Gebäude für seniorengerechtes Wohnen vorgesehen. Während der vierjährigen Diskussion hatte Sudau lange geschwiegen. Nachdem im Juni seine vom Ortsrat bereits abgesegnete Fläche im Verwaltungsausschuss – unter anderem mit der Stimme Uwe Dähnes – doch abgelehnt wurde, hat sich Sudau jedoch gemeinsam mit seiner Frau Edda in einem offenen Brief an die Hasberger gewandt.

„Eine regelrechte Schmuddelkampagne“

„Da die Dorfdiskussion sehr gegen uns ging, wollten wir mit dem Brief noch einmal unsere Sicht darstellen“, erklärt Sudau. In dem Brief drücken die Sudaus ihr Bedauern über die einseitige Diskussion und eine „regelrechte Schmuddelkampagne“ gegen sie aus. „Wenn das Südfeld bebaut wird, ist das das Ende von Hasbergen“, soll eine Botschaft der Südfeld-Gegner gelautet haben, berichten sie im Gespräch mit dem dk.

Harte Vorwürfe gegen die UAD-Ortsratsfraktion

Direkte Vorwürfe erheben die Sudaus in dem Brief gegen die UAD-Ortsratsmitglieder Hajo Frommberger und Uwe Dähne. Diese würden sich zwar für eine Wohnbauentwicklung einsetzen, nicht aber wenn es um das Umfeld des Hauses von Dähne und seinem Nachbarn ginge. „Wenn wenige Bürger kompromisslos mit falschen Behauptungen und unsachlichen Argumenten die Politik bestimmen können, löst das bei denen vielleicht Feierstimmung aus“, schreiben die Sudaus. Ein faires Miteinander und die Dorfentwicklung würden darunter aber sehr leiden.

Dähne will keine Stimmungsmache betrieben haben

Unfaires beziehungsweise sogar unrechtes Verhalten wirft dagegen Dähne Sudau vor: Er habe sein Abstimmungsverhalten im Verwaltungsausschuss nicht öffentlich machen dürfen. Zudem habe er mit den von ihm herausgegebenen „Hasberger Nachrichten“ keine Stimmungsmache gegen Sudau betrieben. Diese Behauptung sei eine Lüge. „Er kann nicht mit der Niederlage umgehen“, sagt Dähne. Der Brief sei eine Verzweiflungstat Sudaus. Er sei zwar Anwohner der Fläche, doch sei das Stimmungsbild im Dorf eindeutig gegen eine Bebauung des Südfelds. „Alle, die an der Fläche wohnen, und bestimmt weitere 60 Prozent vom Dorf sind dagegen.“

Informationen aus Arbeitskreis zurückgehalten

Genau diese in ihren Augen willkürlichen Prozentangaben über die Meinungsverhältnisse im Ort stören Edda Sudau. Ihr fehlt die Sachlichkeit in der Diskussion. „Man muss sich doch einfach die Frage stellen, was ein Dorf ausmacht“, sagt sie. Für sie ist es der Erhalt des Ortskerns sowie der Sichtachsen auf die freie Landschaft. Mit genau diesen Fragen hat sich auch der Bürgerarbeitskreis zur Wohnbauentwicklung beschäftigt. Er hatte auch über konkrete Flächen – darunter Sudaus – diskutiert und bewertet. In ihrem Brief kritisieren sie, dass diese Bewertung nicht veröffentlicht wurde: „Diese objektive Auswertung wurde lange unter Verschluss gehalten, weil das Ergebnis wohl einigen nicht passte“, vermuten sie.

Wunsch nach Südfeldbebauung noch nicht begraben

„Jetzt steht eine massive Veränderung des Ortskerns bevor“, sagt Herbert Sudau mit Blick auf die drei Bauplätze am Hasberger Feld und die vier Bauplätze in direkter Nachbarschaft, die unabhängig von der Wohnbauplanung durch den Abriss des Alt Hasberger Krugs geschaffen wurden.

Ob die Sudaus die Pläne für eine Dorfentwicklung in ihrem Sinne noch einmal aufnehmen wollen, wissen sie nicht. „Wir würden das von unseren Kindern abhängig machen“, sagt Herbert Sudau. Doch diese seien durch die Diskussion im Ort verprellt worden. „Wir würden schon gerne zeigen, wie man etwas modern bauen kann, was das Dorfbild bereichert“, meint Edda Sudau.

Endgültig begraben wollen sie ihr Vorhaben nicht, denn sie sind sich sicher: „Wir haben uns eigentlich für etwas Gutes eingesetzt.“