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Kontroverse um den Stadtpark Delmenhorst kommt bei Graft auf keinen grünen Zweig

Von Michael Korn | 07.03.2017, 20:28 Uhr

Trinkwassernutzung, Pflege, Freizeitaktionen, Weiterentwicklung – was wird aus unseren Graftanlagen? Die Politik tut sich schwer mit einer klaren Linie – und vertagte am Dienstag zwei Graftthemen.

In der Kontroverse um Schutz, Nutzung und Wasserförderung in den Graftanlagen kommt die Politik auf keinen grünen Zweig: Am Dienstag, 7. März 2017, tat sich der Umweltausschuss gleich mit zwei Themenkomplexen schwer – einem Pflege- und Entwicklungskonzept sowie einer möglichen Discgolf-Anlage . Beides wurde wegen noch zu klärender Fragen sowie Beratungsbedarf in den Fraktionen vertagt.

Bedenken gegen Discgolf

 Während Fitness-Parcours, Barfuß- und Bienenlehrpfad beschlossene Sache sind , gab es gegen die Discgolf-Pläne doch einige Bedenken. Insbesondere der Flächenverbrauch bei bis zu 18 Bahnen mit 250 Meter Länge und mögliche störende Begegnungen mit anderen Graftbesuchern bereiteten den Ausschussmitgliedern Bauchschmerzen. Über diese, hierzulande noch nicht so bekannte Freizeitaktivität an sich gab es unterschiedliche Meinungen. Die einen mahnten, nicht jedem Trend zu folgen und dafür auch noch öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen, andere konnten sich mit dem Sportangebot in Gruppen und an frischer Luft anfreunden. Beim Discgolf wird eine Scheibe aus unterschiedlicher Entfernung in einen Drahtkorb geworfen. Stadtbaurätin Bianca Urban warb schließlich dafür, die Idee noch einmal genauer zu prüfen hinsichtlich Nutzungskonflikten, Flächenbedarf, Finanzierbarkeit und Verantwortlichkeiten. Sie sprach von einer neuen, kreativen Freizeitbeschäftigung wie sie in immer mehr Städten angeboten werde.

Vorwurf an die Verwaltung

Auch eine Entscheidung über die Pflege und Weiterentwicklung der Graftanlagen als Stadtpark, Naherholungsgebiet und Trinkwasserreservoir wird noch auf sich warten lassen. Wegen des Umfangs der dazu erforderlichen Ermittlungen soll ein externes Fachbüro eingeschaltet werden. Urban wies hierbei auf den hochwertigen Naturraum von Burginsel, Graft und Wiekhorner Wiesen hin. Es sei eine nachhaltige Gesamtidee für die unterschiedlichen Landschaftsbereiche erforderlich. Die SPD, aber auch die CDU, nutzten derweil die Graftdebatte, um erneut die Umsetzung bestehender Ratsbeschlüsse einzufordern. Bislang gebe es immer noch keine tief reichenden Trinkwasserbrunnen, sondern lediglich Absenkbrunnen. Ratsherr Detlef Ross (SPD) meinte, die Politik soll anscheinend ruhig gestellt werden. Zudem sollten die zuständigen Stadtwerke endlich schneller arbeiten.