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Kontroverse um Krankenhaus Delmenhorster Oberbürgermeister kritisiert Ratsfrau scharf

Von Thomas Breuer | 24.01.2018, 15:35 Uhr

Würde das Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) nicht von der Stadt übernommen und müsste geschlossen werden, dann stünde die Stadt laut Oberbürgermeister Axel Jahnz trotzdem in der Verantwortung.

„Die Stadt müsste als Mittelzentrum mit oberzentralen Aufgaben bei einer Schließung des Krankenhauses die medizinische Versorgung sicherstellen“, so Jahnz gegenüber unserer Zeitung. Dies würde nach seinen Worten auf „nicht überschaubare Geldleistungen“ hinauslaufen.

„Die Kurzsichtigkeit in Perfektion“

„Ferner würden sämtliche Bürgschaften über circa 22 Millionen Euro gezogen“, stellt Jahnz klar. „Auch wären die im Jahre 2017 zur Verfügung gestellten 3,5 Millionen Euro regelrecht in die Delme geschmissen worden.“ Damit zeitgleich die Zukunft der Krankenhaus-Flächen an der Wildeshauser Straße und in der Stadtmitte offenzulassen und den Förderbescheid für das neue Krankenhaus über 70 Millionen Euro zu gefährden, wertet Jahnz als „politisch unverantwortliche Position“ und „Bankroterklärung.“ Strategisch gesehen, sei dies „die Kurzsichtigkeit in Perfektion“, so der Chef der Stadtverwaltung.

„Es geht um den finanziellen Ruin der Stadt“

Jahnz reagiert mit den deutlichen Worten auf die jüngste Pressemitteilung von Eva Sassen (Bürgerforum) zum Krankenhaus. Sie hatte Jahnz unter anderem vorgeworfen, bei anstehenden Entscheidungen zum Krankenhaus nur eine Richtung aufzuzeigen, ohne auf „belastbare Zahlen für alternative Lösungen“ einzugehen. Sassen meint: „Bei der aktuellen Entscheidung geht es inzwischen um den finanziellen Ruin der Stadt.“

Jahnz sagt nun, für eine Stadt von 80.000 Einwohnern sei es „eigentlich absurd und überflüssig“, die Einwürfe von Sassen zum Krankenhaus zu vertiefen. Künftig ein Krankenhaus in der Region aussuchen zu müssen, sei für die Delmenhorster Bevölkerung keine Option.

Jahnz fordert von Sassen mehr Identifikation

„Ich lehne das Szenario Delmenhorst ohne Krankenhaus strikt ab und bitte deshalb Frau Sassen, auf den Boden zurückzukommen“, so der Oberbürgermeister. „Es geht um die medizinische Versorgung unserer Stadt und der Region.“ Er, so Jahnz, wünsche sich von Sassen „mehr Identifikation“.