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Kontroverse um Wollepark Delmenhorster OB wehrt sich gegen Unterstellungen

Von Michael Korn | 17.05.2017, 19:54 Uhr

Seit 2012 geht die Polizei Delmenhorst verstärkt Mutmaßungen über illegale Prostitution im Problemviertel Wollepark nach. Oberbürgermeister Axel Jahnz bekräftigt in Reaktion auf Kritik an seinen Einlassungen dazu, dass die Stadt in dieser Frage nicht zuständig sei.

In der Kontroverse um angebliche Zwangs- und Kinderprostitution im Wollepark hat Oberbürgermeister Axel Jahnz auf dk-Anfrage bekräftigt, dass die Polizei und nicht die Stadt in dieser strafrechtlich relevanten Frage zuständig sei. In Reaktion auf Behauptungen von Ratsfrau Eva Sassen (Bürgerforum) sowie eine Debatte bei Facebook um seine mutmaßliche Kenntnis von illegaler Prostitution im Wollepark sagte das Stadtoberhaupt, es handele sich hierbei um „Generalverdacht“ und „Unterstellungen“. Er kündigte an, dies nicht auf sich beruhen zu lassen.

Beiratssitzung im Fokus

Im Fokus der Kontroverse steht auch eine Beiratssitzung der Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt (GISS) im September 2014, bei der behauptete Prostitution in dem Wohnquartier Thema war. Schon damals hatte ein Polizeisprecher mitgeteilt, dass es keine gesicherten Erkenntnisse und keine Zeugenaussagen darüber gebe. Dieser Zustand hält bis heute an, wie gestern Polizeichef Jörn Stilke im Gespräch mit dem dk erklärte. Seit 2012 gebe es immer wieder Gerüchte und Mutmaßungen. Seitdem werde im Wollepark auch verstärkt Hinweisen nachgegangen und kontrolliert. Stilke: „Alle Angaben basieren jedoch ausnahmslos auf Hörensagen.“ Er bekräftigte zudem, dass es immer einen engen Kontakt zur Stadt und zu den jeweiligen Oberbürgermeistern gegeben habe.

Jahnz wundert sich über Sassen

Jahnz fragt sich unterdessen, was Ratsfrau Sassen motiviert, sich erst jetzt mit derartigen Behauptungen öffentlich zu äußern. Die Problematik der Prostitution sei von Sassen in den vergangenen Jahren nicht einmal erwähnt worden. Jahnz versicherte, wenn ihm konkrete Angaben zu Zwangs- und Kinderprostitution vorgelegen hätten, hätte er umgehend die Polizei eingeschaltet. Die sei hier zuständig und habe den Wollepark entsprechend seit fünf Jahren verstärkt im Visier.