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Konzept für Flüchtlingsarbeit Delmenhorst reagiert auf verstärkte Zuwanderung

Von Jan Eric Fiedler | 10.03.2015, 23:25 Uhr

Mit einem neuen Handlungskonzept zum Migrations- und Teilhabemanagement reagiert die Stadt auf die verstärkte Zuwanderung. Sorgen bereiten die Kosten der Flüchtlingsarbeit.

In Delmenhorst greifen viele Hände ineinander, wenn es um die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen geht. Die finanziellen Belastungen für die Stadt sind aber hoch. Diese Erkenntnisse waren am Dienstag bei einer gemeinsamen Sitzung von vier Fachausschüssen in der Markthalle zu erlangen. Dabei wurde der Politik die Weiterentwicklung des Handlungskonzepts zum Migrations- und Teilhabemanagement vorgestellt. Das Konzept zeigt die Handlungsfelder in der Flüchtlingsarbeit auf, benennt Akteure, Maßnahmen und Ziele.

Das ursprüngliche Konzept wurde bereits vor einem Jahr beschlossen. Angesichts der verstärkten Zuwanderung von Flüchtlingen und Menschen aus EU-Ländern ist es nun konkretisiert worden. Das Ergebnis: Viele Maßnahmen werden bereits in der Stadt umgesetzt, weitere wären aber wünschenswert. Dazu gehört beispielsweise, zielgruppenspezifische Angebote für einzelne Zuwanderungsgruppen zu intensivieren.

Welche Probleme die verschiedenen Einrichtungen in der Flüchtlingsarbeit beschäftigen, berichteten die jeweiligen Fachbereichsleiter. Arnold Eckardt, zuständig für Bildung, Wissenschaft, Sport, und Kultur, berichtete, dass zwar an den BBS II bereits eine Sprachlernklasse eingerichtet wurde und auch für die IGS eine genehmigt sei, dass aber derzeit nur schwer Fachlehrer mit einer Zusatzausbildung zu bekommen seien. Dies habe an der IGS einer Verzögerung bei der Einführung geführt.

Laut Petra Gerlach, Fachbereichsleiterin für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr, werden der Stadt in diesem Jahr insgesamt 600 Flüchtlinge zugewiesen. Für jeden Asylsuchenden erhält die Stadt eine Pauschale von 6195 Euro im Jahr. „Die Summe reicht bei Weitem nicht aus“, urteilte Gerlach.

Ein weiteres Problem ist, dass das Geld mit zwei Jahren Verzögerung gezahlt wird. So bekomme die Stadt in diesem Jahr Erstattungen von einer Million Euro für 2013, Gerlach rechnet aber mit Ausgaben von zwei Millionen Euro.

„Wir machen das hier wirklich gut. Ich denke aber auch, dass wir den Anspruch haben müssen, dass es angemessen finanziert wird“, sagt Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD). Zuvor hatte Uwe Dähne (UAD) an ihn appelliert, bei der Landesregierung auf eine angemessene Finanzierung zu drängen. „Es kann nicht sein, dass Kommunen wie Delmenhorst durch die Flüchtlingsproblematik selbst in Nöte geraten“, so Dähne.

In Zukunft sollen die Akteure der Flüchtlingsarbeit regelmäßig zusammenkommen, um ihre Arbeit zu koordinieren. Eine Fachkonferenz ist bereits in Planung. Gleichzeitig ist vorgesehen, wie auch aus der Politik gewünscht, die Akteure regelmäßig an einen Tisch zu bringen.