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Konzert in der Stadtkirche Die Prinzen rocken wieder in Delmenhorst

Von Mareike Bader | 07.09.2017, 17:29 Uhr

Zum zweiten Mal spielten die Prinzen in der Stadtkirche. Die Stimmung war ausgelassen wie eben bei einem Popkonzert.

Die Prinzen spielen zum zweiten Mal in Delmenhorst. Die Stadtkirche ist seit Wochen ausverkauft. Der Klang stimmt, ob ganz vorne, auf der Empore oder auf einem der zusätzlich aufgestellten Stühle an der Seite.

Die fünf Vollprofis haben vor allem eins im Griff: ihre Stimme. In perfekter Harmonie ersetzt ihr mehrstimmiger Gesang Schlagzeug und Bass. Mal Gitarre oder Klavier – mehr brauchen die fünf nicht. Die großen Zeiten sind zwar schon viele Jahre her. Doch gerade Sebastian Krummbiegel genießt das Rampenlicht. Für ihn sind die Prinzen nach wie vor Rockstars.

Krummbiegel ist in seinem Element

Der 51-Jährige geht auf der Bühne auf, singt voller Hingabe und fordert das Publikum zum Mitklatschen auf. Klar, die Fünf sind nicht mehr die jungen frechen Hüpfer Anfang der 90er Jahre. Aber sie leben ihre Musik nach wie vor mit Herz und Perfektion. Quasi die sauberen Rockstars.

Wolfgang Lenk, der musikalische Leiter der Band, leite die Proben „streng aber gerecht“, erzählt Tobias Künzel. Und das merkt man. Die Töne sitzen, die Lichtshow auch und die Crew sorgt nach jedem Song flink für die nächsten Instrumente.

Lenk, Henri Schmidt und Jens Sembdner fühlen sich als Background-Sänger auf den Barhockern wohler. Neben den bekannten Hits gibt es auch ernstere Lieder aus dem „Familienalbum“ von 2015 – die „aktuelle“ Platte, wie immer wieder betont wird. Die Prinzen sind zu ruhigen Rockstars geworden.

Musikalischer Ursprung in der Kirche

Mit ihrer Erfahrung und ihrer Leidenschaft haben die fünf Prinzen das Delmenhorster Publikum schnell erobert. Selbst bei neuen Liedern singt immer jemand mit. Noch besser wird das bei den alten Hits. Bei „Millionär“ gibt es ein Wettsingen zwischen Band und Publikum. Beim Refrain geht es unentschieden aus. Während der Strophen schaffen es die Besucher der ausverkauften Stadtkirche, die Prinzen durch Mitklatschen fast zu übertönen.

Die Kirche als Konzertort haben die Prinzen längst für sich entdeckt. Und das passt zu ihnen. In einem Gotteshaus fing für sie alles in den 70er Jahren an, als Chorknaben beim Thomanerchor in Leipzig und dem Dresdner Kreuzchor. Und der Glaube spielt für sie nach wie vor eine große Rolle, wie man in ihren Liedern hört.

Es kommt richtige Popkonzert-Atmosphäre auf. „Haltet ein. Wir sind in einer Kirche!“, ermahnt Krummbiegel, bevor „Schwein sein“ gespielt wird. Im Kirchenraum fühlen sich die Prinzen eben zu Hause. Und spätestens bei „Alles nur geklaut“ als letztem Lied geht es den Besuchern auch so. Es hält kaum noch jemanden auf dem Sitzplatz. „Ich sag mal so: Aller guten Dinge sind mindestens drei “, ruft Krummbiegel ins Publikum und verspricht ein Wiedersehen. Als dritte Zugabe gibt es noch einmal ein Luther-Lied, so wie zu Beginn des Konzerts. Ein stimmiger Rahmen für ein tolles Konzert.