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KPR und Polizei briefen Lehrer Lehrercoaching zum Thema „Drogen an Schulen“

Von Lisa Kolano, Lisa Kolano | 18.03.2017, 14:30 Uhr

Die Arbeitsgruppe Schule des Kriminalpräventiven Rates Delmenhorst und die Polizei Delmenhorst haben Lehrer der BBS I im professionellen Umgang mit drogennehmenden Schülern geschult.

In den Delmenhorster Schülerstudien des Aktionsbündnisses „Riskanter Konsum in Delmenhorst“ wurden sechste, achte und zehnte Klassen sowie die Berufsbildenden Schulen II (BBS II) zum Thema „Drogenkonsum“ befragt. Laut der Studien ist Cannabis die am meisten verbreitete illegale Droge. Insgesamt 13,6 Prozent der 12 bis 17-Jährigen haben im Jahr 2016 gekifft und 9,4 Prozent der 17-Jährigen gaben an, mindestens einmal im Monat Cannabis zu konsumieren. Henning Fietz von der Anonymen Drogenberatungsstelle Delmenhorst (drob) stellt fest, dass es einen generellen Drogenanstieg an Delmenhorster Schulen gibt.

Lehrer im Umgang mit Drogenkonsumenten geschult

Die Beratungslehrerin der BBS I Christa Freels äußert, dass viele ihrer Kollegen oft „keine Ahnung“ haben, wie sie damit umgehen sollen, wenn es zu einem Drogenmissbrauch unter ihren Schülern kommt. Daher hat sie die kürzlich stattgefundene Fortbildung für Lehrer und Referendare zum Thema „Drogen an Schulen“ in der BBS I, Richtstraße 26, organisiert. Ihr ist vor allem der Abbau von Unsicherheiten im Umgang mit drogenkonsumierenden Schülern wichtig. Informiert wurden sie und ihre Kollegen von Fietz, der bei diesem Termin nicht wie sonst als Vertreter der drob unterwegs war, sondern im Namen der Arbeitsgruppe Schule des Kriminalpräventiven Rates (KPR). Denn Suchtprävention wird laut der Arbeitsgruppe Schule als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden, für welche drob, Jugendschutz, Polizei und Schulen in Delmenhorst zusammen arbeiten.

Schüler nehmen sogar Amphetamine

Gemeinsam mit Drogenfahnder Jörg Eggers von der Polizei Delmenhorst gab Fietz den Lehrkräften einen Überblick über illegale Drogen an Schulen, was für Substanzen diese beinhalten und wie sie konsumiert werden. Besonders auf den Konsum von Cannabis ging Fietz ein, da es die am meisten verbreitete illegale Substanz unter den Schülern ist. Eggers, der 26 Jahre im Rauschgiftdezernat tätig war, brachte verschiedene sichergestellte Drogenutensilien wie Bongs und Grinder mit, damit die Lehrer sich einen besseren Eindruck verschaffen konnten. Im Speziellen bemerkt Eggers, dass Schüler Amphetamine nehmen, um den Leistungsdruck standzuhalten und weniger, um Spass zu haben oder sich auf Partys zu berauschen.

Auch der Schweigepflicht sind Grenzen gesetzt

Überreaktionen oder keine Reaktionen sind für Fietz im Umgang mit drogenkonsumierenden Schülern besonders kontraproduktiv. Wie mit Drogenkonsumenten umgegangen werden kann, bringt der Stufenplan der Arbeitsgruppe Schule näher. Der Plan enthält verschiedene Gesprächsstufen und mögliche Vereinbarungen von Schweigepflichten, welche die Lehrenden anwenden können. Fietz betont, dass es sich dabei aber um keinen verbindlichen Leitfaden handelt, sondern um einen Vorschlag. Bei Verstößen wie Dealerei oder der Animation zum Drogenkonsum anderer Schüler seien der Schweigepflicht aber Grenzen gesetzt. In solchen Fällen sollten die drob oder die Polizei immer in Kenntnis gesetzt werden. Generell sei es ratsam den drogennehmenden Schülern zu vermitteln, dass sie sich jederzeit kostenlos und anonym an die drob wenden können, um Hilfe zu erhalten.