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Krankenhausdiskussion Rückendeckung für das City-Krankenhaus in Delmenhorst

Von Frederik Grabbe und Sonia Voigt | 06.09.2016, 21:11 Uhr

Angesichts der Krankenhausdiskussion in Delmenhorst haben die Planer am Dienstag prominente Unterstützung erhalten. Ministerpräsident Stephan Weil und Staatssekretär Jörg Röhmann waren in der Stadt.

Die Chancen der Klinikfusion mit massiver Landesförderung am Standort Stadtmitte zu nutzen, hat Ministerpräsident Stephan Weil den Delmenhorstern am Dienstag bei einem Wahlkampftermin am Gut Hasport geraten. Der SPD-Landeschef gab der Stadt ein Kompliment der Fachleute des Sozialministeriums weiter. „Delmenhorst hat für die Zusammenlegung der Krankenhäuser eines der mit Abstand überzeugendsten Konzepte landesweit“, zitierte Weil die Experten. Daher werde sich das Land mit über 70 Millionen Euro finanziell enorm engagieren.

Verluste des Klinikums im Vorfeld der Fusion

Rückendeckung für das Krankenhaus in City-Lage kam auch von Jörg Röhmann, Staatssekretär im SPD-geführten Gesundheitsministerium des Landes. Röhmann teilte parallel zu Weils Besuch im JHD Deichhorst dessen Lob und ging auf die Konkurrenz beider Krankenhäuser vor der Einhäusigkeit ein. Das städtische Klinikum habe dicke Verluste eingefahren und sich massiv gegen Fördergelder für das St.-Josef-Stift gewehrt, eine Förderung habe das katholische Krankenhaus sogar einklagen müssen, so Röhmann.

Delmenhorst soll als Referenzobjekt dienen

Delmenhorst habe den Kraftakt geschafft, zwei Krankenhauskulturen, die Jahrzehnte gegeneinander gearbeitet haben, zu vereinen. Darum gelte beim Land das vereinte JHD als „Referenzprojekt“ für andere Regionen, um einen ähnlich „kannibalistischen Wettbewerb“ unter benachbarten Krankenhäusern zu vermeiden. Vom Standort Innenstadt ist Röhmann „zutiefst überzeugt“, er nannte das medizinische und bauliche Konzept „vorbildlich“. (Weiterlesen: Themenportal Klinikfusion in Delmenhorst)

Diskussion könnte Fachkräftemangel verschärfen

Oberbürgermeister Axel Jahnz warnte davor, die Ratsentscheidung pro City-Krankenhaus über Bord zu werfen: „Etwas Neues bedeutet, wir stehen bei Fördergeldern hinten an. Somit stellt sich auch die Frage, ob Delmenhorst überhaupt ein Krankenhaus haben wird.“ Eine Gefahr berge die aktuelle Diskussion in der Stadt schon jetzt: „Wir leiden unter dem Fachkräftemangel. Und entscheiden sich Mitarbeiter für ein ruhigeres Umfeld, verlieren wir diese Fachkräfte“, warnte JHD-Pflegedirektorin Heike Büssing.