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Krankenhausfusion in Delmenhorst Stift ist Favorit für alleinigen Klinikstandort

Von Jan Eric Fiedler | 15.06.2015, 20:06 Uhr

Mit der Fusion der beiden Krankenhäuser soll es langfristig nur noch einen Standort geben. Dieser wird wohl am jetzigen St. Josef-Stift sein, wie aus einer Vorlage für die Ratssitzung am Mittwoch, 24. Juni, hervorgeht. Mit mehr als 80 Millionen Euro könnte das Land den Neubau fördern. Die Entscheidung fällt noch in diesem Jahr.

Das beauftragte Architektenbüro sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Kosten eines Neubaus am St. Josef-Stift erheblich günstiger wären als am Klinikum. Die dritte Option, die „grüne Wiese“, sei bereits früh ausgeschlossen worden. „Die bauliche Grundsubstanz des Klinikums ist im Vergleich zum Stift in einem immens schlechteren Zustand“, heißt es in der Vorlage. Unter anderem müssten OP und Intensivstation komplett entkernt werden. Am Stift wurde erst 2013ein neuer OP-Trakt eingeweiht. Insgesamt würde ein Neubau am Klinikum laut Vorlage rund 97 Millionen Euro kosten, am St. Josef-Stift wären es dagegen nur rund 80 Millionen Euro.

Großer Neubau am Stift geplant

Doch auch am Stift wären immense Um- und Neubauten nötig, ein großer Teil des jetzigen Krankenhauses müsste abgerissen werden. Die Gebäudeteile in Richtung Blumenstraße würden einem massiven, vierstöckigen Neubau weichen, wer sich auch über den jetzigen Parkplatz „Am Knick“ sowie das Grundstück der ehemaligen Wäschefabrik, das ebenfalls dem Stift gehört, erstreckt. Im Keller ist eine Tiefgarage vorgesehen, auf dem Dach ein Hubschrauberlandeplatz.

Interimslösung am Klinikum zu teuer

Entscheidend für die Kosten sind auch die Interimslösungen: Während die Stationen aus dem Stift während der Bauphase „recht problemlos“ ins Klinikum ziehen können, sei dies umgekehrt nicht möglich. Rund zehn Millionen Euro würde eine Übergangslösung am Klinikum kosten. So komme nach Aussage des Landes, das nur die niedrigsten Kosten trägt, lediglich das Stift als Stadtort eines gemeinsamen Krankenhauses infrage. Der Rat hat dennoch die Möglichkeit, sich zwischen den beiden Standorten zu entscheiden. Falls sie das Klinikum wählen, müsste die Stadt allerdings die Mehrkosten tragen.

Entscheidung über Fördermittel noch 2015

Da das Land im kommenden Jahr über zusätzliche finanzielle Mittel verfügt, rate das Land, den Standort zügig zu definieren. Bei zügigem Handeln steigen laut Vorlage die Chancen, Fördermittel in Höhe von 80 Millionen Euro zu erhalten. Es bestehe im Juli noch die Möglichkeit, auf die Prioritätenliste des Landes zu kommen. Im November werde über die Höhe der Gelder entschieden. Für die Errichtung des neuen Krankenhauses sei ein Zeitrahmen von fünf bis sieben Jahren realistisch.