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Krebs-Schicksal Schnelle Hilfe für Delmenhorster Familie

Von Mareike Bader | 23.07.2017, 13:37 Uhr

Eine Idee, eine E-Mail und fünf Wochen später war schon Baubeginn. Dank des Vereins „Lila Hoffnung“ bekommt die Delmenhorster Familie um den an Darmkrebs erkrankten Vater Simon ein neues Dach.

„Es war immer Simons Traum einen Altbau zu sanieren“, sagt Simons Ehefrau Anna-Lena . Für die Renovierung des Hauses aus den 1930er Jahren hatten sich die beiden einen Zeitraum von etwa 20 Jahren gesteckt. Doch drei Monate nach dem Hauskauf, erhielt der damals 34-jährige Simon die Diagnose Darmkrebs.

Schon in den ersten Monaten erhielten die beiden sehr viel Unterstützung. Bis zu 13 Helfer am Tag packten tatkräftig an, damit die junge Familie schnell einziehen konnte. Nach der Kernsanierung musste nun auch Dach gemacht werden, da es bei Starkregen an drei Stellen leckte. Eigentlich war die Dachsanierung erst in fünf bis zehn Jahren geplant. Weiterlesen: Krebs-Schicksal löst Hilfswelle für Delmenhorster aus

Baustart nach fünfwöchiger Spendenaktion

Ohne Simons Wissen wandte sich Anna-Lena an den Verein Lila Hoffnung, der sich für die Aufklärung zu Darmerkrankungen einsetzt und auch Wünsche von Erkrankten erfüllt. „Das war eine große Herausforderung“, sagte der Vorsitzende Holger Busse beim Baustart zur Dachsanierung.

Nur fünf Wochen nach dem Spendenaufruf war alles unter „Dach und Fach“, wie Busse sagt. Dabei wurden Busse und sein Wunscherfüllungsteam unterstützt von Dachdecker Marcel Schuster aus Weyhe, Garms Baustoffe sowie dem Dachdecker-Einkauf Nordwest. Am Samstag wurden die ersten Ziegel abgetragen und die alte Isolierung ausgetauscht. In drei bis vier Wochen soll das neue Dach fertig sein.

Freunde ersteigern Werder-Trikot

Hinzu kamen zehn Helfer aus dem Freundeskreis der jungen Familie. Die hatten auch zur Spendensumme von insgesamt 34 244,94 Euro beigetragen. Fünf von Simons Freunden hatten sich als Bietergemeinschaft zusammen getan und für 444 Euro ein signiertes Trikot für den Fan ersteigert, das vom Fußballverein zur Verfügung gestellt worden war.

„Wir waren froh, dass wir das gekriegt haben“, sagt Timo Gerbaum. Das Trikot soll künftig in der „Werder-Hütte“ in Simons Garten hängen, wo er mit anderen Werder-Fans gerne die Spiele anguckt.

Zwiespältige Überraschung

Ganz wohl fühlt sich Simon bei dem ganzen Trubel allerdings nicht. „Ich wollte lieber meine Ruhe haben“, sagt der 36-jährige. Denn durch die Spendenaktion wurde seine Darmkrebs-Erkrankung wieder stärker thematisiert. „Die Krankheit steht bei uns nicht im Vordergrund“, betont seine Frau. Beide freuen sich aber auch, dass es weiter vorwärts mit der Haussanierung geht. Es sei eine „riesen Sorge weniger“, bedankt sich Anna-Lena bei allen Helfern und Spendern. „Es ist unglaublich, was eine kleine E-Mail ausrichten kann“, sagt sie.