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Kreishandwerkerschaft bilanziert Delmenhorster Handwerker investieren wieder mehr

Von Sonia Voigt | 09.12.2016, 16:42 Uhr

Mit einem Umsatzplus und getätigten Investitionen im Rücken blicken die Handwerksbetriebe in Delmenhorst und Oldenburg-Land optimistisch ins neue Jahr. Nur der Fachkräftemangel und Verkehrsbeschränkungen machen Sorgen.

Mit einem deutlichen Umsatzplus werden die Betriebe der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/ Oldenburg-Land das Jahr 2016 beenden. Diese Bilanz zieht Kreishandwerksmeisterin Britta Jochims aus den Äußerungen der Innungs-Delegierten bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag. Schon länger habe das regionale Handwerk nicht mehr so positiv in die Zukunft geschaut. „Das wird sich auch im nächsten Jahr nicht ändern“, ist Jochims überzeugt. Es gebe aber auch Herausforderungen für die Betriebe, wie den Fachkräftemangel und Verkehrsbeschränkungen.

Handwerksbetriebe investieren mehr

Die Konsumfreude der Verbraucher und niedrige Zinsen kurbeln das Wachstum nach Einschätzung der Mitgliederversammlung an. In der Folge investierten die örtlichen Handwerker auch mehr. „Das ist immer ein Signal dafür, dass die Unternehmen eine positive Zukunftserwartung haben“, erklärt die Vorsitzende.

Kreishandwerkerschaft unterstützt Idee vom Berufsabitur

Sorgen macht der Kreishandwerkerschaft das Fehlen von Fachkräften und Auszubildenden. „Die Handwerksbranche ist dabei, sowohl schwächere Jugendliche fit zu machen, als auch leistungsstarke Schüler anzusprechen“, erläutert der stellvertretende Kreishandwerksmeister Uwe Kliemisch. Dabei will das Handwerk laut Geschäftsführer Hartmut Günnemann einen neuen Karriereweg bauen: Eine Kombination aus Gesellenbrief und Hochschulzugangsberechtigung soll die duale Ausbildung attraktiver machen und mehr leistungsstarke Jugendliche anziehen. Dieses „Berufsabitur“ beschäftigt aktuell auch die Kultusministerkonferenz.

Handwerker wehren sich gegen Einschränkungen für Fahrzeuge

Beschränkungen des Wirtschaftsverkehrs sieht Vorstandsmitglied Martin Wessels als weiteres Problem für die Handwerksbetriebe. „Die Nutzung von Kraft- und Nutzfahrzeugen ist in den meisten Handwerksbereichen alternativlos“, warnt der stellvertretende Obermeister der Baugewerken-Innung, „es ist nicht zielführend, den Wirtschaftsverkehr durch Auflagen, Fahrverbote oder Ähnliches zu erschweren.“ Geschäftsführer Günnemann führt aus: „So wenig wie der Bäcker die Backwaren ohne geeigneten Transporter ausfahren kann, ist es dem Dachdeckergesellen möglich, mit 15 Rollen Dachpappe, einem Schweißbrenner und dem öffentlichen Personennahverkehr zum Kunden zu fahren.“ Daher müssten örtliche Verkehrskonzepte die Kleintransporter und Laster mit Sonderauf- und -einbauten, die den Handwerkern Arbeitsmittel und Existenzgrundlage seien, berücksichtigen.