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Kriminalstatistik 2015 Zahl der Einbrüche steigt in Delmenhorst um 64,5 Prozent

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 22.02.2016, 17:38 Uhr

Delmenhorst/Landkreis Oldenburg. Stark steigende Fallzahlen bei den Einbrüchen in Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg: Die Polizei will Kräfte gezielt einsetzen. Das Ermitteln auswärtiger Täter sei aber schwierig.

Auch wenn die Kriminalität im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Delmenhorst/Landkreis Oldenburg/Wesermarsch abnimmt, bereitet die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche den Beamten doch Sorgen. In Delmenhorst schnellte die Fallzahl im Vergleich zu 2014 im vergangenen Jahr von 152 auf 250 in die Höhe – ein Plus von 64,5 Prozent. Zuvor pendelte der Wert in den Jahren von 2010 bis 2013 zwischen 219 und 230 Fällen. Im Landkreis Oldenburg gab es 2015 298 Einbrüche. 2014 waren es noch 273.

Aufklärungsquoten liegen unter dem Durchschnitt

Gerade zum Jahresende hin ist ein starker Anstieg beobachtet worden, berichtete Dirk Uhmeier, Leiter des zentralen Kriminaldienstes, am Montag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2015. Die Täter zu ergreifen, ist bei Einbrüchen nicht einfach: Die Aufklärungsquoten von 30 Prozent in Delmenhorst und 22,8 Prozent im Landkreis Oldenburg liegt deutlich unter den Gesamtwerten von 58,54 Prozent in Delmenhorst und 57,99 Prozent für den Landkreis.

Großteil der Täter kommt von Außerhalb

In den meisten Fällen, in denen Tatverdächtige für Einbrüche ermittelt werden können, stammten diese nicht aus der Stadt oder dem Landkreis: Bei allen Straftaten in Delmenhorst konnten 2015 2688 Tatverdächtige ermittelt werden. Davon stammten 35 Prozent nicht aus Delmenhorst. Im Bereich der Einbrüche wird dieser Wert umgekehrt. Nur 38 Prozent der Verdächtigen stammen aus Delmenhorst. Noch deutlicher sieht diese Zahl für den Landkreis aus. Hier handelt es sich zu knapp 82 Prozent um auswärtige Täter.

Nähe zu Autobahnen wird von Tätern ausgenutzt

„Die Täter finden eine gute Infrastruktur vor“, umschreibt Nils Behrmann, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes des Polizeikommissariats Wildeshausen, das Problem. Dass der Landkreis von drei Autobahnen eingerahmt ist, wird zum Vorteil für die Einbrecher. „Die Täter kommen schnell und sind schnell wieder weg“, sagt Behrmann. Dies mache die Aufklärung ungleich schwieriger, bedeute einen hohen Ermittlungsaufwand. Ähnliches gilt auch für Delmenhorst: Auch hier sind die Wohngebiete entlang der Autobahn bei den Einbrechern am beliebtesten. „Delmenhorst leidet unter der guten Infrastruktur“, lautet entsprechend das Fazit von Uhmeier.

Verkehrskontrollen und Streifen entlang der Autobahnen

Umfangreichere Analysen und der gezielte Einsatz von Streifen entlang der Autobahn sollen aber trotzdem zu höheren Erfolgsquoten führen. Dazu gehören auch Fahrzeugkontrollen . Beispielsweise habe sich gezeigt, dass Banden auch auf Mietwagen zurückgreifen.

Täter scheitern oft an der Tür

Positiv hoben Uhmeier und Behrmann hervor, dass es in vielen Fällen nicht zu einer vollendeten Tat gekommen ist, sondern lediglich beim Einbruchversuch blieb. 36 Prozent der 250 Taten in Delmenhorst seien dazu zu zählen, im Landkreis Oldenburg sind es rund 38 Prozent. Beide Gebiete liegen damit aber noch unter dem Durchschnittswert des Landes Niedersachsen von knapp 39 Prozent.

Polizei rät zu Sichheitsberatung

Zurückzuführen seien die gescheiterten Einbrüche auf guten Einbruchschutz der Häuser. Die Wohnung gut zu sichern und nicht dunkel zu lassen, rät Uhmeier. Außerdem empfiehlt er bei Bau- oder Modernisierungsplänen eine Sicherheitsberatung, die auch bei der Polizeiinspektion Delmenhorst beim Beauftragten für Kriminalprävention, Wolfgang Schröter, Telefon (04221) 1559305 möglich ist.

„Entwicklung wird sich fortsetzen“

Dass sich der Trend bei den Einbrüchen wieder umkehrt, glaubt Uhmeier nicht: „Die Entwicklung wird sich nach unseren Einschätzungen fortsetzen. Einbrüche in Einfamilienhäuser sind attraktiv für die Täter. Dort gibt es etwas zu holen.“

Weniger Einbrüche in Geschäftsräume

Ein positiver Trend bei den Einbrüchen hat sich im vergangenen Jahr dennoch gezeigt: Es wurden deutlich weniger Büro- und Geschäftsräume von Einbrechern heimgesucht. Laut Polizeisprecherin Melissa Oltmanns gab es 2014 noch 60 derartige Taten, 2015 waren es nur noch 34.

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