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Kriminalstatistik 2016 Zahl der Einbrüche in Delmenhorst ist stark gesunken

Von Frederik Grabbe | 16.02.2017, 19:32 Uhr

Delmenhorst ist ein Stück sicherer geworden. Dieser Schluss geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Kriminalstatistik hervor, die die hiesige Polizeiinspektion vorgestellt hat. Doch es gibt auch Problemfelder, die die Ordnungshüter beschäftigen.

In der Natur einer Statistik liegt es, dass hinter fast jeder Zahl eine Geschichte steckt. Manche Zahlen sind mehr, manche weniger bedeutend. Im Fall der Delmenhorster Kriminalstatistik sind besonders zwei Themenbereiche interessant: So ist die Zahl der Diebstahlsdelikte in der Stadt im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 2960 Straftaten gestiegen. Das ist vergleichsweise wenig, denn besonders sticht hier die Zahl der Fahrraddiebstähle heraus. 910 Taten sind der Polizei 2016 bekannt geworden, ein Plus von fast 18 Prozent.

Besonders viele Fahrraddiebstähle aufgeklärt

Aber: Die Polizei konnte die Zahl der aufgeklärten Fälle verdreifachen. Der Leiter Zentraler Kriminaldienst (ZKD), Markus Scharf, erklärte: „Vergangenes Jahr hatte eine polnische Tätergruppe es auf Delmenhorst abgesehen. Reihenweise wurden hochwertige, nicht abgeschlossene Räder geklaut, abtransportiert und gebunkert, um sie später zu verkaufen.“ Die Täter wurden aber gefasst und zu Haftstrafen verurteilt , darum sei die Aufklärungsquote so hoch, sagte Scharf.

Ein Drittel weniger Wohnungseinbrüche

Auch die Entwicklung der Wohnungseinbrüche ist positiv. Hier hat die Zahl der polizeibekannten Fälle stark abgenommen, um ein Drittel von 250 auf 171. Vergangenes Jahr war dieser Posten noch massiv um 60 Prozent angewachsen. Allerdings liegt die Aufklärungsquote mit 14,62 Prozent bei der Hälfte des Vorjahres. Jörg Swarovsky, Leiter der Analysestelle, erklärt: „Eine Ermittlungsgruppe aus Delmenhorster und Bremer Polizisten konnte vergangenes Jahr eine albanische Tätergruppe dingfest machen, die im Bereich unserer Polizeiinspektion allein 42 Taten verübt hatte. Insgesamt gehen 147 Einbrüche auf ihr Konto. Diese Zahlen sind aber noch nicht in die Statistik eingerechnet.“

 (Weiterlesen: Delmenhorster Kriminalstatistik 2015) 

Sorgenkind Internetkriminalität

Anstiege jedoch verzeichnet die Polizei bei Rohheitsdelikten (880, + 9 Prozent), Körperverletzungen (610, + 6,5 Prozent) und bei Rauschgiftdelikten (320, + 11 Prozent). Ein Sorgenkind stellt allerdings die Internetkriminalität dar. Seit Jahren klettern die Fallzahlen stetig (2006: 137, 2016: 561), im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei eine Schadenssumme von mehr als eine Million Euro, dreimal mehr als 2015. Dies erklärt Swarovsky unter anderem mit einem falschen Baumarkt-Online-Shop in Delmenhorst, der für Bestellungen zwar abkassiert, aber nie geliefert habe.

Delmenhorst und Landkreis sind sicher

Insgesamt aber ist die Zahl aller Straftaten zurückgegangen. Hier verwendet die Polizei das statistische Mittel der Häufigkeitszahl, die sich aus der Einwohnerzahl und der Gesamtfallzahl errechnet. In Delmenhorst liegt diese bei 8.701. Der niedersachsenweite Durchschnitt in kreisfreien Städten liegt bei 9.252. „Wir leben hier sicher, die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, ist gering. Damit ist Delmenhorsts Ruf, was die Kriminalität angeht, nicht haltbar“, schloss der stellvertretende Polizeichef, Carsten Hoffmeyer. Dies gilt auch für den Landkreis Oldenburg. Hoch sei noch immer die Zahl der Einbrüche (282), auch wenn sie gesunken sei. „Der Landkreis ist von Autobahnen umringt“, sagte der Leiter Kriminalermittlungsdienst Wildeshausen, Nils Behrmann. „Die Täter sind häufig Osteuropäer, die nach der Tat schnell wieder verschwinden. Darum ist eine Aufklärung auch sehr schwierig.“