Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Kritik an FDP-Fraktionschef Neue Parkhausdebatte irritiert Delmenhorster Kaufleute

Von Thomas Breuer | 14.11.2017, 13:32 Uhr

Mit Unverständnis reagieren die Innenstadt-Kaufleute Erhard Flocke (Strudthoff) und Heinz-Jürgen Buchholz (Juwelier Buchholz) auf die neue politische Debatte um den geplanten Bau des City-Parkhauses.

Alteingesessene Kaufleute und Immobilienbesitzer im westlichen Teil der Fußgängerzone reagieren mit großem Unverständnis auf die überraschend aufgeflammte politische Debatte um das geplante neue City-Parkhaus. Kaufmann Erhard Flocke (Strudthoff) etwa warnt eindringlich davor, die Geschäftsleute „von den autofahrenden Besuchern abzuschneiden“.

Der Planungsausschuss hatte (wie berichtet) am Dienstagabend entgegen dem Anraten der Stadtverwaltung wichtige Beschlussempfehlungen zurückgestellt und auf weiteren Beratungsbedarf verweisen. Die Mehrheit des Gremiums teilte damit die zuerst von Murat Kalmis (FDP) formulierten Befürchtungen mit Blick auf die ungewisse Lage beim insolvenzbedrohten Josef-Hospital (JHD). Grundlage der bisherigen Parkhaus-Planung ist, dass dort auch 200 Fahrzeuge von Krankenhausmitarbeitern Platz finden, was Auswirkungen auf die Dimension des Gebäudes hat.

„Unhaltbare Situation durch Parkplatzsuchende“

Dass durch die Vertagung die für Ende 2018 geplante Fertigstellung des neuen Parkhauses in Gefahr gerät, macht auch Heinz-Jürgen Buchholz (Juwelier Bucholz) fassungslos. Bei ihm löst die jüngste Entwicklung „nur Kopfschütteln“ aus.

Flocke empfiehlt Kalmis, sich einmal mit der gegenwärtigen Parkplatzsituation hinter den Geschäften im westlichen Teil der City zu beschäftigen: „Wir erleben täglich eine unhaltbare Situation durch Parkplatzsuchende, die zwar nicht bei uns einkaufen wollen, sondern vielfältige Erledigungen, vom Arzt- bis zum Behördenbesuch, vornehmen wollen und denen der Weg von den Graftwiesen zu weit ist.“

Auch Immobilienbesitzer Manfred Schnier reiht sich in die Front derer ein, die den jetzt eingeschlagenen Weg der Politik kritisieren. Er fragt sich: „Wollen die das Delmenhorster Zentrum kaputtmachen?“ Und er zürnt weiter: „An der neuen Winterbeleuchtung dürfen sich die Kaufleute beteiligen, aber von der Politik wird so ein Sch... gemacht!“

Kein Verständnis für Idee eines Wohnungsbaus

Sauer aufgestoßen ist den Genannten bereits im Vorfeld der Ausschusssitzung eine Pressemitteilung von Kalmis. Darin hatte er als Alternative zu einem Parkhaus „hochwertige Wohnungen in der Innenstadt mit Wasserzugang“ ins Gespräch gebracht und darüber eine mögliche deutliche Belebung der Innenstadt gemutmaßt.

Buchholz erinnert im Gegenzug daran, dass das Wohnen „am Wasser“ schon vor einigen Jahren bei der Kaufpark- und Parkhausplanung abgelehnt worden sei. Er fragt: „Wie sollen zehn oder 20 Wohnungen mit 50 bis 100 Bewohnern die Innenstadt ,deutlich beleben‘?“

Die Geschäftsführung des Josef-Hospitals wollte die politische Debatte auf Nachfrage nicht kommentieren.