Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Kritik an Lehrereinstellung GEW sieht Skandal bei Lehrerversorgung in Delmenhorst

Von Sonia Voigt | 22.05.2017, 13:33 Uhr

Die Argumentation der Landesschulbehörde, Lehrerstellen blieben frei, weil Delmenhorst zu unattraktiv ist, nennt die Lehrergewerkschaft „ein Unding“. In einer Resolution fordert die GEW eine gleichmäßige Unterrichtsversorgung.

Eine Resolution gegen die unzureichende Unterrichtsversorgung an vielen Delmenhorster Schulen haben die Mitglieder bei der örtlichen Jahreshauptversammlung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) einstimmig beschlossen. Wie der Kreisvorstand bereits gefordert habe, müsse die Landesschulbehörde den Modus bei der Lehrereinstellung ändern und so dafür sorgen, dass die Kommunen und auch die einzelnen Schulen gleichmäßig versorgt werden. „Es ist ein Unding zu behaupten, dass eine Lehrerstelle nicht besetzt werden kann, weil der Dienstort nicht attraktiv genug ist“, rügt die Lehrergewerkschaft. Mit solchen Ausreden dürfe sich die Landesschulbehörde nicht aus der Verantwortung stehlen.

GEW wirft Behörde „Geheimnistuerei“ vor

„Allein die Tatsache, dass eine Schule zu Beginn des Schuljahres nur zu 64,4 Prozent ‚versorgt’ worden ist, ist ein Skandal“, führt die im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) organisierte GEW aus. Zudem habe die Schulverwaltung im ersten Schulhalbjahr keine Informationen zur Unterrichtsversorgung veröffentlicht, obwohl diese ihr bekannt gewesen seien. Damit habe die Behörde „den Eindruck der Geheimnistuerei und des bewusst gewollten Verschweigens erzeugt“ und verhindert, dass die Öffentlichkeit die Unterrichtsversorgung bewerten konnte.

Fehlen von Förderlehrkräften beklagt

Die GEW-Resolution weist zudem auf die über 1500 Schüler an der Hauptschule und zwei Oberschulen hin, die nur zu knapp 90 Prozent versorgt seien. Konkret fordern die GEW-Mitglieder Angaben dazu, wie viele Unterrichtsstunden dadurch nicht erteilt werden und wie viele Lehrerstellen besetzt werden müssten, um diese Schüler ebenso gut zu versorgen wie andere in der Stadt. Ein weiteres Problem sei, dass der dringend notwendige Förderunterricht für die Inklusionskinder nur zu einem kleinen Teil tatsächlich von dazu ausgebildeten Förderlehrkräften erteilt werde. „Wer Inklusion wirklich will, muss dazu auch die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen“, bekräftigt die GEW.

GEW-Vorstand wieder gewählt

Zudem wählten die Mitglieder ihren Vorstand wieder, zu dem Hannelore Andert, Lutz Gündel, Jürgen Huse, Peter Pielok und Cristina Runge gehören. Bei den geehrten langjährigen Mitgliedern stachen Ulla Lange (50 Jahre Mitgliedschaft) und Gudrun Glomb (40 Jahre) heraus. Zudem berichtete der Schatzmeister von der unbürokratischen finanziellen Unterstützung der GEW für zwei Grundschulen, die wegen des Flüchtlingszuzugs plötzlich vor besondere Probleme gestellt waren.