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Kultur in Delmenhorst Poetry-Slam im Riva: „Bis wir alle Geister sind“

Von Katja Butschbach | 30.01.2016, 16:32 Uhr

Das Kulturangebot in Delmenhorst ausweiten wollen die Organisatoren des Poetry Slams im Riva, der am Freitag zum zweiten Mal angeboten wurde. Wortkünstler stellten sich der Publikumsjury.

„Words in your face“ – unter diesem Titel haben zehn Wortakrobaten am Freitagabend im Riva ihre Texte präsentiert. Da wurde über Liebe philosophiert, über Zeit, Freundschaften und über das Älterwerden.

„Vom Verschleiß bestimmt, bis wir irgendwann alle Geister sind“

Mit dabei waren zehn Künstler aus ganz Deutschland, darunter auch Delmenhorster. Aus zwei Gruppen wurden jeweils die Besten ins Finale geschickt – die Jury setzte sich spontan aus acht Zuschauern zusammen, die alle Auftritte mit einer Punktzahl zwischen fünf und eins bewerten konnten. Lennart Hamann aus Hamburg entschied die erste Runde – und auch das Finale – für sich. Er erzählte davon, dass alles endet, man Menschen, die einem wichtig sind, irgendwann nur noch einmal im Jahr sieht. Das Leben sei „vom Verschleiß bestimmt, bis wir irgendwann alle Geister sind“.

„In der Ruhe liegt die Kraft, und in der Stille steckt ein Sturm“

Im Finale trat er gegen den Delmenhorster Hauke Schrade an, konnte sich aber mit einer vollen Punktzahl den Sieg holen. Auch diejenigen, die sich nicht bis ins Finale texteten, lieferten teilweise beeindruckende Vorträge. Mona etwa stand mit der „Ballade einer Maskerade“ auf der Bühne und sprach über Liebe und ihre eigene Unsichtbarkeit für den Mann, den sie mag, und Danny Koch über die Eile. „In der Ruhe liegt die Kraft, und in der Stille steckt ein Sturm.“

„Kulturtechnisches Upgrade“ für Delmenhorst

Die Veranstaltung solle ein „kulturtechnisches Upgrade“ sein, erklärte Adrian Adu aus dem Organisationsteam, dem außerdem Sadik Demirezer und Riva-Inhaber Tarik Cirdi angehören. Das kulturelle Angebot in der Stadt sei verbesserungswürdig. In Delmenhorst wolle man damit glänzen, dass der Poetry Slam sich an alle Interessierten richtet und nicht wie sonst oft üblich vor allem an Studenten: Lyrik, Comedy und Kurzprosa seien eben für jeden geeignet. „Es wird definitiv eine Wiederholung stattfinden“, sagte Adu.

Er selbst hatte an dem Abend ebenfalls noch einen Text präsentiert: Das Publikum durfte Wörter aufschreiben, aus denen er einen Text verfasste und nach dem Finale vortrug. Singer/Songwriter Michel Ryeson konnte das Publikum mit eigener Wortakrobatik und emotionalen Liedern ebenfalls für sich gewinnen.