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„Kulturangebot aufstocken“ Regelmäßige Poetry Slams für Delmenhorster Publikum

Von Antje Cznottka, Antje Cznottka | 02.04.2016, 21:14 Uhr

Der Klub der wettstreitenden Dichter hatte am Freitagabend, 1. April, zum mittlerweile dritten Mal im Riva in Delmenhorst zum „Words in your Face“-Poetry Slam eingeladen. Die Veranstalter wollen Poetry Slams einem breiten Publikum zugänglich machen.

Wortakrobaten aus ganz Niedersachsen, aber auch bekannte Gesichter aus Delmenhorst präsentierten ihre Texte am Freitag beim „Words in your Face“-Poetry Slam im Riva. „Wir wollen Poetry Slams einem breiten Publikum zugänglich machen, dabei aber nicht verfälschen“, erklärt einer der Veranstalter und Moderator Adrian Adu.

Poetry Slams für jedes Alter in Delmenhorst

Am Freitagabend erlebte ungefähr die Hälfte des Publikums zum ersten Mal einen Poetry Slam. „Im Publikum sitzen vom Schüler bis zum Rentner ganz verschiedene Altersgruppen“, sagt Adu begeistert. „Das ist ein Erfolgserlebnis.“

Credo gewinnt „Words in your Face“-Poetry Slam im Riva

Einen Erfolg feierte auch Wortakrobat Credo, der sich gegen seine sieben wortgewandten Konkurrenten Joshka Kulty, Thea Göddertz, Giacomo Behrendt, Hauke Schrade, Can Ozan, Kristof K Punkt und Casel durchsetzte. Ins Finale bracht ihn eine „Reise zurück in die 90er“. Schließlich behauptete er sich gegen Hauke Schrade und Thea Göddertz mit einem Text über die innige, aber von einer Demenzerkrankung überschattete Beziehung zu seiner Großmutter.

Regelmäßige Poetry Slams in Delmenhorst

„Delmenhorst hat Potenzial sein Kulturangebot aufzustocken“, führt Adu an. Im Wechsel mit dem „Slam-a-rang“ – Poetry Slams, die Joshka Kulty im Slattery‘s organisiert – sollen deswegen „alle ein bis zwei Monate“ Poetry Slams in Delmenhorst ausgerichtet werden, kündigt Adu an. Wichtig sind ihm, Sadik Demirezer und Riva-Inhaber Tarik Cirdi, die gemeinsam die Slams im Riva organisieren, dass die Qualität nicht leidet. „Wir wollen das Niveau halten“, betont Adu.

Auftritte rahmen Poetry Slams im Riva ein

Dafür binden die Veranstalter des „Words in your Face“-Poetry Slams auch eine besondere Komponente ein. Bisher hat immer der Auftritt eines Musikers, diesmal Singer und Songwriter Mario Sünder, den Wettstreit eingerahmt. „Die Verbindung mit einem Liveact ist speziell und bereichert“, sagt Adu. Es müsse auch nicht immer ein Musiker dabei sein, willkommen seien zum Beispiel auch Comedians. „Wir sind flexibel und offen für Ideen“, verspricht er.

Feminismus und Gleichberechtigung sind keine Fremdwörter im Poetry Slam

Obwohl im Riva nur zwei Frauen unter den Mitwirkenden waren, macht sich Adu keine Sorgen, dass das eine qualitative Einschränkung sein könnte. „Es gibt super Frauen in der Szene. Warum so wenige hier sind, wissen wir nicht“, sagt er lachend, „Poetry Slam ist eine urbane Geschichte, da sind Feminismus und Gleichberechtigung keine Fremdwörter.“ Casel, die ihre Bühnentaufe im Riva feierte, und Finalistin Thea Göddertz haben ohnehin laut Adu eine „durchaus solide Leistung abgeliefert“.