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Kunst im Kirchenraum Luther-Ausstellung kommt in Delmenhorster Stadtkirche

Von Marco Julius | 01.12.2017, 09:41 Uhr

Zum Abschluss des Luther-Jahres wartet die Stadtkirche mit einer sehenswerten Ausstellung auf. Im Zentrum steht natürlich der Reformator.

 Johannes Mitternacht hat im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf hingehalten für das Luther-Projekt. Nicht nur, dass der Delmenhorster Schauspieler und Theaterpädagoge immer wieder in die Rolle Martin Luthers schlüpft: Er hat auch dem Künstler Harald Birck Modell gestanden, als der lebendige Vorbilder für Luther-Büsten suchte.

Zwei Büsten, die Mitternacht nachempfunden sind, sind ab Samstag, 2. Dezember, 17 Uhr , in der Stadtkirche zu sehen – als Teil der großen Luther-Ausstellung mit plastischen Werken und Bildern Bircks. Der Künstler ist auch selbst vor Ort.

Schlusspunkt des Lutherjahres

Stadtkirchen-Pfarrer Thomas Meyer freut sich, dass die sehenswerte Wanderausstellung, die im Reformationsjahr durch Deutschland tourte und unter anderem im Landtag Thüringens zu sehen war, nun mit Delmenhorster Bezug den Weg an die Delme gefunden hat. „Das ist ein besonderer Schlusspunkt des Lutherjahres“, sagt er.

Für Mitternacht, für den das Modellstehen im Berliner Atelier eine besondere Erfahrung gewesen ist, wird die Ausstellung besonders, weil es auch „Harald Birck darum geht, Luther als Menschen zu zeigen“. Das sei ihm als Schauspieler stets ein Anliegen.

Birck selbst, 1960 in Heidenheim/ Brenz geboren, ist durch eine Auftragsarbeit zum Thema Luther gekommen. „2009 habe ich begonnen, eine 2,20 Meter große Luther-Statue für das Lutherhotel in Wittenberg zu schaffen. Seitdem hat mich das Thema nicht losgelassen, die Inspiration ist noch da.“ Als Studien im Vorfeld der Arbeit, aber auch nach Fertigstellung der Arbeit sind weitere Werke rund um Luther entstanden. 20 Skulpturen und rund 20 Zeichnungen und Tuschen sind nun bis Mitte Januar in der Stadtkirche zu sehen. Zudem hat Birck hat das Buch „Bilder von Luther“ veröffentlicht, indem Prominente über Luther schreiben und Fotos von Bircks Werken zu sehen sind. Daran beteiligt war auch der Grafiker, Fotograf und Autor Daniel Penschuck, der den Kontakt zwischen Birck und Mitternacht herstellte.

Ausstellung geht ins Ausland

„Ich wollte Luther umkreisen, mit ihm spielen, ihn öffnen für die heutige Zeit“, sagt Birck, als Sohn eines Pfarrers sei Luther für ihn früher stets „der gute Onekl“ gewesen. Besonders interessiere ihn der späte Luther, „der, der auch mal irrt, der strauchelt“.

Die Wanderausstellung soll im kommenden Jahr auch im Ausland zu sehen sein. Erste Kontakte gibt es nach Dänemark.