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Kunst inspiriert die Kulturen Delmenhorster Kinder malen den Brückenbau

Von Kai Hasse | 20.11.2017, 15:58 Uhr

Kinder und Jugendliche aus mehreren Kulturen haben im Familienzentrum Wolle ihre künstlerische Ader entdeckt. Dabei ging es darum, trotz mangelnder Sprache ein Einander-Verstehen aufzubauen. Ihre Bilder werden nun ausgestellt.

Kunst aus dem Wirken eines Jahres im „ Familienzentrum Wolle “ kann man nun im Foyer des Kleinen Hauses sehen. Die Bilder. zum Teil erkennbar aus Kinderhand, sind über ein Jahr unter der Anleitung der Künstlerin Marietta Armena in dem Familienzentrum entstanden. Der Gedanke an dem gemeinsamen Malen: Die Teilnehmer sollten durch die künstlerische Arbeit kulturelle Grenzen überwinden. Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie fördern“.

Inspiration aus Geschichten anderer

Das Ergebnis ist die Ausstellung „Wir bauen Brücken“, die nun im Theater-Foyer bis zum Montag, 18. Dezember, hängen wird. Dafür haben das Kulturbüro der Stadt Delmenhorst und das Familienzentrum kooperiert. Anfangs waren bei den monatlichen Terminen im Zentrum die Räume voll: Teilnehmer von etwa zehn Nationen trafen sich zum gemeinsamen Malen. Dabei ging es auch darum, in den Bildern zu zeigen, wo man herkommt, und wie man auf die neue Heimat Delmenhorst schaut. „Wir sind zusammengekommen“, sagt Marietta Armena, „und wir waren traurig, dass es geendet ist.“ Die Teilnehmer – vor allem junge Bulgaren und Armenier – hätten sich voneinander, und von den einzelnen Geschichten ihrer Mit-Teilnehmer inspirieren lassen.

Ausdruck trotz mangelnder Sprache

„Die Phantasie hatte zum Schluss keine Grenzen“, so Armena. Und das, obwohl anfangs manche Kinder noch Probleme hatten, aus sich herauszukommen und sich zu verständigen. Diese Grenze sei durch den Ausdruck mit den Bildern überwunden worden. „Es war unsere Überlegung, auch Menschen ohne gemeinsame Sprache eine Ausdrucksmöglichkeit zu verschaffen“, sagt Anke Wolf vom Familienzentrum. Und so unterschiedlich, wie die Menschen sind, so unterschiedlich seien die Bilder geworden. Und das auch mit einer Entwicklung: Ein Junge malte anfangs düstere, traurige Bilder, später wurden seine Bilder dann heller. Ein unsicheres Mädchen überraschte damit, dass sie fröhliche, aufregende Bilder malte, und Armena erzählt von einem pubertierenden Mädchen, das bald ihre Unzufriedenheit mit sich selbst überwand.

Die Bilder sind montags bis freitags von 9 bis 13 und 15 bis 17 Uhr sowie zu den Veranstaltungen des Kleinen Hauses zu sehen.