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Ausstellung in der Stadtbücherei Kunst baut Brücken zwischen den Kulturen

Von Christopher Bredow | 22.01.2019, 09:31 Uhr

Menschen unterschiedlicher Nationen haben gemeinsam ein Kunstprojekt auf die Beine gestellt, das die Integration fördern soll. Nun wird der zweite Teil von „Wir bauen Brücken“ in der Stadtbücherei Delmenhorst ausgestellt.

Ohne Sprachkenntnisse miteinander zu kommunizieren ist das Ziel des Kunstprojekts „Wir bauen Brücken“, dessen Ergebnisse seit Montag in der Delmenhorster Stadtbücherei zu sehen sind. Etwa zehn Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und jeden Alters haben im vergangenen Jahr an dem Projekt mitgewirkt und Bilder entworfen, die ihre Verbundenheit zur Stadt Delmenhorst zeigen.

Projekt "Wir bauen Brücken": Kunst als Mittel der Integration

„Integration ist für alle ein Thema“, sagt die Künstlerin Marietta Armena, die das Projekt angeleitet hat. Kunst sei dabei ein gutes Mittel, um miteinander zu kommunizieren - trotz Sprachbarrieren, die die Teilnehmer mit Migrationshintergrund zu überwinden hatten. „Die Kunst hat dazu beigetragen, dass sich alle verständigen und ihre Geschichten erzählen können“, erklärt Armena. (Lesen Sie hier: Im vergangenen Jahr wurde der erste Teil von "Wir bauen Brücken" an der Bahnhofstraße ausgestellt.)

Ins Leben gerufen wurde die Aktion im Jahr 2017 vom Familienzentrum Wolle, einer Kooperation aus der AWO und dem Diakonischen Werk. Die Bilder der ersten Projektphase wurden bereits im vergangenen Jahr ausgestellt. Im zweiten Teil haben die Teilnehmer nun mit Acrylfarbe Bilder auf Folien gemalt, mit denen sie besondere Orte der Stadt zeigen und ihre Wünsche für die Zukunft ausdrücken. Zu sehen sind unter anderem die Graft oder ein Fußballplatz. „Wir fühlen uns hier alle wie zuhause und wollen das auch zeigen“, sagt Armena.

Armena: "Kunst hat mir geholfen, mich zu integrieren"

Armena selbst ist vor 25 Jahren aus Armenien nach Deutschland gekommen und arbeitet derzeit als freischaffende Künstlerin in Bremen: „Als ich damals hierher kam, habe ich mich verloren gefühlt. Die Kunst hat mir geholfen, mich zu integrieren.“ Mithilfe des Kunstprojekts wolle sie nun selbst dazu beitragen, dass die überwiegend jungen Teilnehmer aus Bulgarien, der Türkei oder Syrien ihre Berührungsängste abbauen und miteinander ins Gespräch kommen. So werde ihnen das Einleben in eine neue Kultur erleichtert. (Lesen Sie hier: Projekt "Wir bauen Brücken" - Kunst inspiriert die Kulturen.)

Das ist auch gelungen, wie die Initiatorinnen Anke Wolf (AWO) und Susanne Harms-von Postel (Diakonie) bestätigen. „Es ist schön zu sehen, wie Kunst hier als Medium der Integration wirken kann“, sagt Wolf. Auch Armena selbst ist von den Ergebnissen angetan: „Alle waren infiziert von dem Projekt, das genieße ich.“ Die Ausstellung soll nun in möglichst vielen Stadtteilen gezeigt werden, um auch hier „Brücken zu bauen“, wie Armena sagt.