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Kurzführung im Haus Coburg Kostenlose Führungen in Delmenhorster Galerie kommen an

Von Mareike Bader | 12.07.2017, 19:02 Uhr

Christoph Ruckhäberles Kunst auch außerhalb von Ausstellungsräumen zeigte das Haus Coburg. Doch für die Besucher schien die farbenprächtige Ausstellung interessanter.

Bei den Kurzführungen, die mittwochs ab 12.30 Uhr einen Einblick in die aktuelle Ausstellung im Haus Coburg geben, bemüht sich die Städtische Galerie jeweils einen anderen Bezug zu finden. Nach der Führung diese Woche gab es eine Verkostung der „lipz Schorle“ aus Leipzig, deren Etikett der Künstler Christoph Ruckhäberle als angewandte Kunst gestaltet hat.

Doch die rund 20 Besucher waren so fasziniert von der Ausstellung, dass sie erst einmal durch die Ausstellungsräume gingen. Dort hängen die neun von Christoph Ruckhäberle in Delmenhorster Linoleum geschnittenen Motive als Tapete der alten Bürgervilla. Erst später wurden nacheinander die Sorten Stachelbeere und schwarze Johannisbeere probiert.

Fensteranordnung wie am Computer

„So sieht das Haus nicht immer aus“, betonte Aneta Palenga, Kuratorin der Städtischen Galerie Delmenhorst bei der Kurzführung. Sie richtete den Blick der Besucher auf die geometrischen Formen der Linolschnitte und Rahmung der Figuren. Besonders lohne sich ein Blick auf die Durchgänge des Hauses, wodurch sich eine Fensteranordnung wie an einem Computer ergebe, interpretierte Palenga die Ausstellung.

Der in Leipzig lebende Künstler sei ein eher „analoger Typ“, beschrieb Palenga. Der Rückgriff auf das Hochdruckverfahren aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist für Palenga „ein Statement gegen unsere Zeit“, da sie viel Zeit und handwerkliches Geschick erfordere.

Tag mit freiem Eintritt kommt gut an

Jeden Mittwoch in den Sommerferien lädt die Städtische Galerie Delmenhorst zu einem Tag mit freiem Eintritt ein, die Kurzführung ab 12.30 Uhr ist ebenso kostenlos. Bislang werde das Angebot gut angenommen, sagte Aneta Palenga. Der 25-jährigen Marieke, die gerade ihre Eltern besucht, gefiel das Konzept gut. Sie hätte aber auch den Eintritt bezahlt. Ihr Freund Joost mochte vor allem die Villa, in der immer wieder andere Stilrichtungen zu sehen sind.

Noch bis zum 6. August sind die beiden aktuellen Ausstellungen „Christoph Ruckhäberle. Volkskunst Fabrik“ und „Lubok in Delmenhorst“ zu sehen. Zur Finissage am 6. August gibt es ab 17 Uhr eine Abrissparty. Dann werden die Tapeten von den Wänden gerissen. Freiwillige Helfer können dabei lose Stücke der Druckstücke mitnehmen, außerdem erwartet sie eine kleine Belohnung.