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Lachse in der Delme Angler helfen bei Lachsnachwuchs in Delmenhorst

Von Dirk Hamm | 18.12.2015, 16:24 Uhr

In diesen Tagen steigen Angler in Delme und Welse, um den Lachsnachwuchs zu sichern. Die Wanderfische werden dazu mit Elektrogeräten gefangen.

In Delme und Welse ist auch der Atlantische Lachs heimisch, zumindest in der Vorweihnachtszeit. Dann kehren die Fische nach ihrer mehrjährigen Wanderung zurück, um sich fortzupflanzen. Für einige Angler ist dies der Anlass, in ihre wärmenden Neoprenhosen zu schlüpfen und in die kalten Fluten zu steigen, berichtet Henning Stilke vom Landesfischereiverband Weser-Ems: „Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Fortpflanzung der Edelfische zu sichern.“

Ohne Hilfe kaum Chancen für die Jungfische

Ohne die Hilfe der Fischer stünde es schlecht um den Lachsnachwuchs, erläutert Stilke: „Zwar legen die Lachse ihre Eier im Fluss ab, aber die Aussichten, dass daraus Jungfische schlüpfen und ungehindert aufwachsen, sind in der Delme und der Welse gleich null.“

An dieser Form der Geburtshilfe sind in den Adventswochen laut Stilke Freiwillige aus den Fischereivereinen Delmenhorst und Twistringen sowie dem Angelsportverein Harpstedt beteiligt, einige haben sich auch zu einem Einsatz am zweiten Weihnachtstag verabredet.

Befruchtete Eier kommen nach Oldenburg ins Bruthaus

Die ehrenamtlichen Helfer stapfen gemeinsam mit dem Biologen Dr. Jens Salva vom Sportfischerverband Weser-Ems durchs Wasser, um Lachsmännchen und -weibchen mit Elektrogeräten zu fangen. „Die Fische sind vom Strom kurz benommen und werden gekeschert. Dann werden ihnen Rogen und Milch (Samen) entnommen und die Fische anschließend schonend zurück in ihr Element gesetzt. Die künstlich befruchteten Eier kommen nach Oldenburg ins Bruthaus. Die erbrüteten Jungfische werden wieder in die Gewässer ihrer Eltern ausgesetzt“, erläutert Henning Stilke das Prozedere.

Die Freiwilligen sind an 60 bis 80 Tagen im Einsatz. Ihr Engagement ist für die Bestandssicherung der Wanderfische unerlässlich, betont Jens Salva: „Anderenfalls würden Fischarten wie Lachs und Meerforelle in unseren Flüssen nicht mehr vorkommen.“