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Laden seit März geöffnet Secondhand-Projekt kommt bei Delmenhorstern gut an

Von Merlin Hinkelmann | 06.12.2016, 15:55 Uhr

Seit März dieses Jahres gibt es den Secondhand-Shop „Limit“ auf dem Nordwollegelände. Ein Projekt, um jungen Erwachsenen den Berufseinstieg zu erleichtern.

Ramona Fischer sitzt in der Kreativwerkstatt. Geduldig zieht sie ein Stück Stoff durch die Nähmaschine, ist dabei hochkonzentriert, gibt sich allergrößte Mühe. „Die Arbeit macht richtig Spaß, man kann in so viele Bereiche reinschnuppern.“ Die 22-Jährige nimmt seit vier Wochen am Secondhand-Projekt „Limit“ teil. Das Projekt wurde im September vergangenen Jahres ins Leben gerufen und gehört zum „Jugendförderzentrum“ – eine Maßnahme, die das Bildungszentrum der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) im Auftrag des Jobcenters begleitet.

Kleiderspenden vom DRK

Nach über einem Jahr Projektarbeit zieht Hartmut Lindemann, Teamleiter beim BNW, eine positive Bilanz: „Das Konzept ist ein voller Erfolg. Die Teilnehmer sind sehr motiviert und unglaublich kreativ.“ Die Idee hinter „Limit“: Junge Erwachsene sollen sich auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereiten. In diesem Sinne arbeiten bis zu 14 junge Leute, alle unter 25 Jahre alt, im Secondhand-Shop auf dem Nordwollegelände. Für wenige Euro können Bedürftige aus der Region hier Kleidung erstehen. Die Kleiderspenden kommen vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Delmenhorst. Der Erlös geht zu 100 Prozent zurück an das DRK. Im März feierte der Laden Eröffnung, seitdem haben über 1000 Kleidungsstücke den Besitzer gewechselt.

In alle Arbeitsbereiche eingebunden

„Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe“, betont Sylvia Strössel, stellvertretende DRK-Kreisgeschäftsführerin. „Wir helfen den Einkommensschwachen und wir helfen den Jugendlichen, indem wir sie fit für den Arbeitsmarkt machen.“ Heißt: Vom ersten bis zum letzten Arbeitsschritt sind die jungen Leute „wie in einem richtigen Laden“ voll ins Geschäft eingebunden. Sie überwachen den Wareneingang, sortieren die Kleidungsstücke, reparieren, waschen und bügeln sie. Dazu gestalten sie den Laden und führen selbstständig Verkaufsgespräche.

Teilnehmer lernen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit

„Die jungen Erwachsenen haben eine feste Tagesstruktur, lernen ganz Grundsätzliches wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit“, erklärt Sandra Sparke, Anleiterin beim BNW. Sechs Monate sind die Teilnehmer in der Regel dabei. „Anschließend geht es im Idealfall weiter ins Praktikum oder direkt in die Ausbildung“, ergänzt Gewandmeisterin Heike Naß. Sie sei beeindruckt, wie selbstbewusst die Teilnehmer auf die Kunden zugehen. „Die nehmen ihre Arbeit richtig ernst.“

Projekt bis August 2017 verlängert

Über 40 junge Menschen haben nunmehr an dem Projekt mitgewirkt. Mittlerweile ist auch der Kundenstamm gewachsen. „Wir haben viele Stammkunden, darunter einige junge Geflüchtete. Eigentlich ist immer was los“, freut sich Sylvia Strössel. Bis August 2017 geht das Projekt nun in die Verlängerung.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann alte Kleidungsstücke beim DRK an der Schulstraße 17 abgeben. Der Secondhand-Laden an der Lahusenstraße 2 hat dienstags von 13.30 bis 15.30 Uhr, mittwochs von 13 bis 14.30 Uhr und donnerstags von 9.30 bis 11 Uhr geöffnet.