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Lage entspannt sich nur langsam Vermüllung im Delmenhorster Wollepark hält an

Von Yannick Richter, Yannick Richter | 30.03.2016, 09:42 Uhr

Im Wollepark türmen sich weiterhin Müllberge. Gut vier Wochen nachdem der Arbeitskreis „Sauberes Delmenhorst“ erneut die Missstände und die Vermüllung anprangerte, sind jedoch erste Verbesserungen zu sehen.

Von „unfassbaren Zuständen“ sprach Prof. Dr. Gerd Turowski vom Arbeitskreis „Sauberes Delmenhorst“ Anfang März, als der Arbeitskreis während einer Ortsbegehung im Wollepark seine Kritik wegen der Vermüllung vor Ort bekräftigte. Gut vier Wochen später sind in Ansätzen erste Verbesserungen der Lage zu sehen. Es überwiegt allerdings dasselbe Bild wie zuletzt: Hinter einigen Wohnblocks an der Straße „Am Wollepark“ stapeln sich Müllsäcke, Abfall und Unrat. (Weiterlesen: Im Delmenhorster Wollepark türmen sich Müllberge) 

Stadt fordert Gebäudeverwalter zur Müllbeseitigung auf

Die Stadtverwaltung habe die jeweiligen Verwalter der Gebäude aufgefordert, die Vermüllung zu beseitigen, teilt der Fachbereich Planen, Bauen, Umweltschutz, Landwirtschaft und Verkehr der Stadt Delmenhorst auf dk-Nachfrage mit. „Dieser Aufforderung ist man nachgekommen“, sagt Maike Stürmer-Raudszus, städtische Mitarbeiterin im Bereich Medien und Kommunikation. „Darüber hinaus wird auch der öffentliche Raum im Bereich Am Wollepark aufgereinigt“, fährt Stürmer-Raudszus fort. (Weiterlesen: „Wir haben ein Auge auf den Wollepark“) 

Eigentümer werden nur teilweise aktiv

Dies kann jedoch vermutlich nur für Teile der Wohnanlage gelten. Beim Rundgang durch den Wollepark wurde am Dienstagmittag nämlich deutlich, dass die Eigentümer der Gebäude nur bedingt aktiv werden. Während sich die Situation hinter den Gebäuden Am Wollepark 11 und 12 verbesserte, verhältnismäßig wenig Abfall herumliegt und kaum noch Müll in den Bäumen hängt, gleicht der Zustand hinter den Hochhäusern Am Wollepark 13 und 14 einer Müllkippe. Neben jeder Menge Abfall finden sich dort sogar Sofas und ein Waschbecken im Müllhaufen wieder. Von einer Müllbeseitigung kann an dieser Stelle keine Rede sein. Und auch in vielen anderen Bereichen des Wolleparks gehören abgemeldete Autos, Sperrmüll, Einkaufswagen und anderer Müll zum üblichen Erscheinungsbild. (Weiterlesen: Wo der Müll in Delmenhorst aus dem Hochhaus fliegt) 

Missstände nehmen zu

Das Nachbarschaftszentrum Wollepark übt sich indes in Zurückhaltung. Grundsätzlich würden die Missstände – ob hygienisch, baulich oder sozial – im Wollepark weiter zunehmen. „Wir können nur alles ausführlich dokumentieren und an die entsprechenden Stellen weitergeben“, so das Nachbarschaftszentrum. Probleme dauerhaft zu lösen, sei vor allem deshalb so schwierig, weil viele verschiedene Eigentümer der Gebäude unterschiedliche Interessen hätten, erklärt das Nachbarschaftszentrum weiter.

Forderung nach Aufklärungsarbeit

Für den Ratsherrn Henning Suhrkamp, der im Rat zuletzt fragte, wann die Stadt konsequente Maßnahmen einleiten würde, sind die ersten Müllentsorgungen nur der Anfang der Problemlösung. „Ich hoffe, dass sich dauerhaft etwas ändert. Dazu muss jedoch auch Aufklärungsarbeit geleistet werden. Viele Bewohner im Wollepark haben sich bisher nie mit Umweltschutz auseinandergesetzt. Daran müssen wir arbeiten“, fordert der Politiker.