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Landesschulbehörde berichtet Inklusion in Delmenhorst: Nicht zufriedenstellende Antworten

Von Frederik Grabbe | 18.02.2016, 17:01 Uhr

Eigentlich hofften die Delmenhorster Bildungspolitiker auf Antworten zu Fragen zur Inklusion in der Stadt. Doch was der Dezernent der Landesschulbehörde mitbrachte, stellte viele nicht zufrieden.

Delmenhorst. Einen für viele Beteiligte nicht zufriedenstellender Besuch von der Landesschulbehörde verzeichnete der Bildungsausschuss der Stadt am Dienstag in der Mensa des Gymnasiums an der Willms-Straße. Anlass war der Antrag von Ausschussmitglied Uwe Dähne (UAD). Dieser hatte nach dem dk-Artikel „Förderschullehrer fehlen“ unter anderem wissen wollen, wie viel Unterricht für Kinder mit Förderbedarf im Rahmen der schulischen Inklusion an Schulen der Sekundarstufe I in Delmenhorst ausfällt.

Kein Unterrichtsaussfall, aber zu wenige Förderschullehrer

Unterrichtsausfälle gebe es nicht, so der Dezernent der Landesschulbehörde, Stephan Hagemann. Der Förderbedarf sei über einen sogenannten Zusatzbedarf geregelt, der zu unterrichtende Stunden abbildet. Diese werden auch abgedeckt, so Hagemann, allerdings in großen Teilen nicht von Förderschulkräften, sondern von Lehrern der Regelschulen. Dies unterscheide sich im Übrigen nicht von der Lage in anderen Kommunen, so Hagemann, der gleichzeitig außer Frage stellte, dass es zu wenige Förderschulkräfte in Niedersachsen gebe. In der Sache hatte sich auch der Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) besorgt zu Wort gemeldet .

„Das ist mir zu theoretisch“

Dieser verpackte seine Ausführungen allerdings derart, dass ihm einige Ausschussmitglieder nicht folgen konnten. „Das ist mir zu theoretisch“, klagte etwa Hans-Reiner Meisel (CDU), „geben sie mir Zahlen, damit ich eine Größe habe, mit der ich arbeiten kann.“ Auch Michael Adam (CDU) hatte nicht den Eindruck, dass seine Fragen beantwortet worden wären.

Enttäuschung ob des Besuchs der Landesschulbehörde

Eine Zahl nannte Hagemann dann doch: Es gebe elf Schüler mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung in Delmenhorst. Für diese fiele der Unterricht, wie gesagt, nicht aus. Antragsteller Dähne zeigte sich enttäuscht vom Besuch des Vertreters der Landesschulbehörde und zog dessen Darstellungen in Zweifel. „Er hätte sich die Fahrt hierher auch sparen können“, sagte er nach der Sitzung.“