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Landgericht OIdenburg Fünf Jahre Gefängnis für Einbrecher in Delmenhorst

Von Ole Rosenbohm | 21.07.2017, 18:51 Uhr

Wegen sieben Einbrüchen in Häuser und Wohnungen ist am 21. Juli 2017 ein 43-jähriger Albaner vom Landgericht Oldenburg zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Wegen sieben Einbrüchen in Häuser und Wohnungen ist am 21. Juli 2017 ein 43-jähriger Albaner vom Landgericht Oldenburg zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Mann war offenbar vor allem nach Deutschland gereist, um Einbrüche zu begehen.

Beute über 40.000 Euro

Der Vorsitzende Richter Horst Kießler wählte ein Strafmaß zwischen der Forderung der Staatsanwaltschaft (sechs Jahre) und Verteidigung (vier Jahre). Allerdings erreichte der Angeklagte sein Ziel nicht, nur wegen sechs von ihm zugegebenen Taten verurteilt zu werden. Das Gericht sah seine Täterschaft auch im spektakulärsten Fall mit einer Beute im Wert von wohl über 40.000 Euro – religiöse Ikonen, Bargeld, Goldschmuck – als sicher an.

Opfer leidet noch heute

Dieser Fall wiege schwer, befand das Gericht: Wegen der außergewöhnlich hohen Beute, wegen eines fehlenden Geständnisses und weil das weibliche Opfer seit dem Einbruch mit einer übermäßig großen emotionalen Belastung leben muss. Sie wolle am liebsten gar nicht mehr in der Wohnung leben, berichtete die Frau in ihrer Zeugenaussage.

Paket angekündigt

Zwar ist nicht sicher, ob der Angeklagte beim Einbruch tatsächlich dabei war, doch gegen ihn sprach unter anderem, dass er Angehörigen in der Heimat telefonisch ein Paket ankündigte, in dem die ihn abhörende Polizei einen Teil der Beute fand.

1997 erste Verurteilung

Wohl schon oft ist der Angeklagte im Herbst oder Winter nach Deutschland gereist, um in Häuser und Wohnungen einzusteigen. Das erste Mal wurde er bereits 1997 wegen Einbrüchen vor einem deutschen Gericht zu drei Jahren Haft verurteilt. Dann saß der Mann 2014 wegen solcher Delikte zwei Monate in Untersuchungshaft und erhielt danach zehn Monate auf Bewährung. Diese zehn Monate muss er nun wohl auch noch absitzen.

Mittäter dabei

Nicht immer war bei seinen Taten alleine: Ein zweiter Mann ist wegen drei Einbrüchen vor dem Amtsgericht Delmenhorst angeklagt. Ein Dritter zur Gruppe Zugehöriger hat sich nach Angaben des Gerichts nach Belgien abgesetzt und ist dort nicht auffindbar.

Revision möglich

Für den 43-Jährigen muss das Verfahren nicht zu Ende sein. Durch seine nur durch Indizien nachgewiesene Beteiligung am Ikonen-Raub könnte der Mann bei einer Revision durchaus Chancen besitzen. Laut seinem Anwalt Carsten Scheuchzer (Bremen) erwägt sein Mandant diese Möglichkeit vor dem Bundesgerichtshof.