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Landgericht verwirft Berufung Schlägerei am Osterfeuer bringt Delmenhorsterin in den Knast

Von Ole Rosenbohm | 11.09.2017, 19:39 Uhr

Eine 35-jährige Delmenhorsterin, die am Osterfeuer auf dem Schierenbeck-Acker eine andere Frau und Polizisten angriff, muss acht Monate in Haft. Das Landgericht Oldenburg verwarf ihre Berufung.

Für einen massiven Ausraster beim Osterfeuer an der Gastronomie Schierenbeck 2016 muss eine dreifache Mutter aus Delmenhorst für acht Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Oldenburg hat jetzt die Berufung der 35-jährigen Angeklagten gegen ein gleichlautendes Urteil des Amtsgerichts Delmenhorst verworfen.

Unabsichtlicher Rempler löst Streit aus

Von jetzt auf gleich hatte es an jenem Abend zwischen zwei Frauen geknallt. Unbestritten ohne Absicht hatte die Eine die Andere im Vorbeischieben leicht berührt. Die 35-jährige angetrunkene Delmenhorsterin fasste das als Affront auf, schimpfte, schubste, schlug. Dann wälzten sich beide auf dem Boden, die 35-Jährige unten, die Haare der Oberen fest gegriffen.

Frau beißt Polizisten und entreißt anderem Schlagstock

Derweil rückte die Polizei mit fünf Streifenwagen an, offenbar war ihr von einer Schlägerei zu zehnt berichtet worden. Allein, es reichte nicht. Noch in der Umklammerung der Polizisten, versuchte die zugleich wüst beleidigende und einem der Beamten in die Hand beißende Frau sich die Pistole zu greifen, bekam diese Waffe zwar nicht aus dem Halfter, wohl aber den am Rücken steckenden Schlagstock. Das Amtsgericht Delmenhorst verurteilte die Frau daraufhin wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Beleidigung zu acht Monaten Haft. Keine Bewährung, da die Frau erst 2016 wegen eines ähnlichen Ausrasters verurteilt worden war.

Alleinerziehende muss trotz neuer Perspektiven in Haft

In der Berufung vor dem Landgericht nun sah es lange sehr danach aus, als würde die Angeklagte um den Knast herumkommen: Endlich entschuldigte sie sich beim ersten Opfer, die Ausfälle begründete sie mit familiären Stress um einen jähzornigen Ex-Ehemann. Da die Frau durch neuen Job und vollendete Scheidung neue Perspektiven besitzt und überdies auch noch drei Kinder allein versorgen muss, stimmte auch der Staatsanwalt einer Bewährung zu. Haft wäre ein Urteil gegen die Kinder. Wer würde es fällen wollen? Richterin Petra Warnken tat es, verwarf die Berufung. Die Angeklagte habe sich offensichtlich bei höherem Alkoholkonsum nicht im Griff, hätte durch die laufende Bewährung aber gewarnt sein müssen. „Leider sind die Kinder die Leidtragenden“, sagte die Richterin. Das Gericht aber müsse auch unangenehme Entscheidungen treffen.