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Landtagsabgeordneter zu Besuch Delmenhorster Wollepark zeigt sich freundlich

Von Sascha Sebastian Rühl | 15.12.2018, 18:26 Uhr

Offen für Gespräche hat sich Deniz Kurku am Samstag Bürgern am Wollepark gestellt. Eine kleine Geste hat ihn dabei besonders erfreut.

Man sollte nicht nur über den Wollepark reden, sondern auch mit den dort lebenden Menschen. Das findet der Delmenhorster Landtagsabgeordnete Deniz Kurku (SPD) und hat deshalb am Samstag in der Nähe des Spielplatzes am Wollepark sein Lager aufgeschlagen. „Die SPD-Fraktion möchte jeden direkt gewählten Wahlkreis besuchen und wir haben die freie Wahl, wo. Ich wollte hierhin, um zu zeigen, dass man auch hier nette Gespräche führen und Spaß haben kann“, sagte Kurku, der den Fraktionsbus aus Hannover dabei hatte.

Erst Kritik, dann Aufträge

Aber nicht nur um Spaß ging es ihm. „Als Erstes kommt meistens Kritik, was alles falsch läuft. Aber sobald die Leute merken, dass man ein offenes Ohr hat, kommen auch Arbeitsaufträge an mich.“ Manchmal könne er helfen, manchmal nicht. Am Freitag habe er erst beim Stadtempfang Arbeitsaufträge angenommen. „Da kommt man mit einem dicken Zettel nach Hause“, betont Kurku. Am Samstag sollten die Gehör finden, die beim Stadtempfang nicht auf dem roten Teppich begrüßt wurden.

Über Darstellung verärgert

Und die Leute kamen und wollten reden. „Es haben hier unheimlich viele Leute angehalten und mit mir offen und ehrlich über ihre Probleme gesprochen“, freut sich Kurku. Eine Frau, „deutsch“, wie Kurku betont, habe sich über die negative Darstellung des Wohngebiets geärgert. Sie wolle „ihre“ Ausländer nicht missen, zum Beispiel den, der immer ihr Fahrrad repariert, berichtet der Landtagsabgeordnete. Eine andere Dame aus der Gegend sei mit ein paar Thermoskannen Tee vorbei gekommen, sehr zur Freude des fröstelnden SPD-Teams. „Das macht dann schon Spaß“, freut sich Kurku.

Kritik hält sich in Grenzen

Was ihn verwundert: „Es gab extrem wenig harte Kritik. Das hielt sich völlig im Rahmen, das bin ich auch anders gewohnt.“ Was sagte er denen, die Angst haben, bald ihre Wohnungen und vielleicht auch Delmenhorst verlassen zu müssen, weil ihr Zuhause abgerissen werden soll? Erst am Vortag hatte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) davon gesprochen, dass der Abriss weiterer Häuserblöcke „genau der richtige Weg“ sei. Zwei bis drei Menschen hätten genau diese Sorge geäußert. „Das ist natürlich ein Problem. Ich appelliere an Vermieter, auch Leuten eine Chance zu geben, die jetzt eine Adresse im Wollepark haben.“ Aber auch er stehe dazu: „Die Schrottimmobilien müssen weg.“ Die meisten Leute hätten das auch so gesehen. „Damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet“, gibt Kurku zu. Viel Lob gab es für den neuen Spielplatz.