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Landtagswahl 2018 Delmenhorsterin Wöhler punktet mit Bildungs- und Sozialthemen

Von Frederik Grabbe | 11.03.2017, 19:04 Uhr

Im Januar 2018 wird die CDU Frauke Wöhler ins Rennen um einen Platz im Landtag schicken. Sie konnte sich unter anderem deutlich gegen Parteichef Heinz-Gerd Lenssen durchsetzen.

Wenn es nach der CDU geht, wird nach der Landtagswahl im Januar 2018 Frauke Wöhler den Weg ins Landesparlament nach Hannover antreten. Wie berichtet, wurde sie am Freitagabend bei der Aufstellungsversammlung des Partei-Kreisverbands im Hotel Goldenstedt zur Kandidatin der Christdemokraten gewählt. Dabei konnte Wöhler mit den Themenbereichen Soziales und Bildung punkten.

„Ohne Parteibuch“ zur CDU gekommen

Wöhler hatte vor 84 stimmberechtigten Mitgliedern dargelegt, wie sie 2011 einen Job bei der scheidenden Landtagsabgeordneten der Konservativen, Annette Schwarz, angenommen hatte, „ohne ein Parteibuch“ zu besitzen. Durch die Arbeit bei Schwarz wisse sie, „wie es in Hannover läuft“. Sie habe sie zudem verschiedene Wahlkämpfe mitbestritten, ihr eigener bei der Kommunalwahl im September habe sie in den Rat der Stadt gebracht. „Ich sehe die Ratsarbeit als gute Grundlage für die Arbeit im Landtag an“, sagte Wöhler. Inhaltlich forderte sie, auf Landesebene ein Strategiepapier anzulegen, um die Kinderarmut in Delmenhorst – die Quote liege bei 30 Prozent – zu bekämpfen. Zudem gehe eine Unterrichtsversorgung von 98 Prozent landesweit „gar nicht“, auch hier sollte das Land mehr Geld zur Verfügung stellen. Und: Wöhler liege die personell angespannte Situation in den Altenheimen am Herzen. Es fehle Zeit für den zwischenmenschlichen Kontakt, das Land könne mehr für die Qualifizierung von Alltagsbegleitungen tun.

„Schöne Rückmeldung an mich“

Wöhler ging, wie die Konkurrenz, auch auf ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten ein. Ob es um die Kirchengemeinde in Düsternort oder um die Elternarbeit im Förderverein für das Willms-Gymnasium ging: „Ich hoffe, dass die Leute sehen, dass ich Lust habe, mich einzusetzen“, sagte Wöhler gegenüber dem dk. Und das Organisieren von Landtagsfahrten oder das Verteilen von Rosen an Mitglieder der Seniorenunion zähle da ebenso zu. Arbeit an der Basis, könnte man das nennen. „Die Wahl zur Kandidatin ist insofern eine schöne Rückmeldung an mich“, sagte Wöhler.

Parteichef Lenssen schneidet mäßig ab

Ihre Wahl ist auch insofern bemerkenswert, als dass sie auch den hiesigen Parteichef Heinz-Gerd Lenssen sowie die Vorsitzende der Frauenunion, Christina Naujoks, hinter sich ließ. In beiden Fällen ist Wöhler Stellvertreterin. Der Parteivorsitzende Lenssen holte gar von den insgesamt fünf Bewerbern, die anderen beiden waren Pastorin und Neu-CDU’lerin Anne Frerichs und die Chefin der Mittelstandsvereinigung Bernadette Huntemann, im ersten und für ihn einzigen Wahlgang die zweitwenigsten Stimmen (8). Wöhler setzte sich am Ende in der Stichwahl gegen Huntemann durch.

Lenssen will nicht von Niederlage sprechen

Lenssen, der insbesondere erneut eine härtere Gangart gegenüber Straftätern, und somit auch Migranten, gefordert und seine guten landes- und bundespolitischen Kontakte herausgestellt hatte, wollte anschließend nicht von einer Niederlage sprechen. „Vielleicht habe ich meine gute Vernetzung zu sehr in den Vordergrund gestellt und habe so überqualifiziert gewirkt“, mutmaßte er. Ihn freue es jedenfalls, jetzt, wo sicher sei, dass sein Weg nicht nach Hannover führe, weiter mit Herzblut als Kreisvorsitzender der CDU „im direkten Kontakt mit den Menschen“ wirken zu dürfen.