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Laufvögel entwischen Halter Nandus unweit von Delmenhorst gesichtet

Von Jan Eric Fiedler | 02.01.2016, 18:29 Uhr

Eigentlich sind Nandus in Südamerika beheimatet. Jetzt sind entlaufene Tiere auch zwischen Delmenhorst und Lemwerder in freier Wildbahn zu sehen. Der NABU hat Anzeige erstattet.

Eine Gruppe südamerikanischer Laufvögel sorgt derzeit am nördlichen Stadtrand von Delmenhorst für Aufsehen. Einem Tierhalter aus Lemwerder sind nach Angaben der Polizei vor rund acht Wochen vier Nandus entflohen. In dieser Zeit wurden die Tiere durch Anwohner mehrmals im Ortsteil Sannau gesichtet. Unter anderem wurden die Vögel am 24. Dezember im Bereich L875, Sannauer Hellmer, Rosenstraße gesichtet. Eine Möglichkeit, die Tiere einzufangen, wird laut Polizei zur Zeit geprüft.

Die Tiere sind grundsätzlich ungefährlich

Grundsätzlich seien Nandus ungefährlich und würden den Menschen meiden. „Offensiv aggressiv sind sie in der Regel nicht“, teilt die Polizei mit. Die entlaufenen Tiere sind circa zwei Jahre alt und 140 Zentimeter groß. Anwohnern des Bereiches, speziell des Ortsteils Sannau, wird geraten, sich den Tieren nicht zu nähern, da sie sich zur Wehr setzen könnten, wenn sie sich bedroht fühlen. Hunde sollten beim Ausführen an der Leine gehalten werden. Es ergeht zudem der Hinweis an Verkehrsteilnehmer, in dem Bereich bei dem Führen von Fahrzeugen entsprechende Vorsicht und Sorgfalt walten zu lassen.

Die Gruppe Stedingen im NABU Oldenburger Land hat die Freilassung der Vögel nun beim Fachdienst Umwelt des Landkreises Wesermarsch und an dem Ordnungsamt der Gemeinde Lemwerder als Ordnungswidrigkeit angezeigt. Die Naturschützer befürchten, dass die Vögel der heimischen Fauna schaden könnten.

In Mecklenburg-Vorpommern bereits heimisch

Dass die fremde Art durchaus auch hier in freier Wildbahn bestehen kann, zeigt sich seit geraumer Zeit in Mecklenburg-Vorpommern. Dort waren vor rund 15 Jahren ebenfalls einige Tiere entkommen. Mittlerweile ist die dortige Nandu-Kolonie auf fast 200 Vögel angewachsen. Genau davor warnt auch der NABU. „Um die bizarren Verhältnisse wildlebender Nandus wie in Nordwest-Mecklenburg zu vermeiden, lässt sich aktuell noch genau ermitteln, wer für diesen anthropogenen Unfug an der Lechterseite in der Gemeinde Lemwerder verantwortlich gemacht werden kann“, schreibt der Naturschutzbund an die Gemeinde. Der NABU Stedingen lehne eine nutztierartige und hobbymäßige Haltung von Nandus, Emus und Straußen außerhalb von Zoos in Mitteleuropa ab. „Die Haltung dieser weltweit streng geschützten Laufvögel der südlichen Hemisphäre durch ungeeignete, private Personen in Norddeutschland entspricht nicht den Tier-, Natur- und Umweltschutzzielen des Grund- und Bundesnaturschutzgesetzes“ schreibt der NABU weiter.

Sichtungen sollten der Polizei gemeldet werden

Sollten Bürger Nandus sehen, wird darum gebeten die Polizei Brake unter Telefon (04401) 9350 anzurufen.