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Lebenshilfe in Delmenhorst Langjähriger Vorsitzender Hans Karl Pallas gestorben

Von Frederik Grabbe | 01.06.2017, 17:59 Uhr

Der langjährige Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Delmenhorst und Landkreis Oldenburg, Hans Karl Pallas ist gestorben. Dies teilt die Lebenshilfe mit. Ihren Angaben nach verstarb Pallas am vergangenen Sonntag im Alter von 69 Jahren.

Der studierte Diplom-Rechtspfleger war seit Januar 1984 Mitglied der Lebenshilfe. Im April des gleichen Jahres wurde er in den Vorstand gewählt, im Februar 1986 übernahm den Vorsitz des Vereins. Das Amt legte er Ende 2014 nieder. „In den mehr als 30 Jahren hat Pallas mit seinen Vorstandskollegen und Mitarbeitern der Lebenshilfe viel erreicht und bewirkt“, schreibt der Verein. Habe die Lebenshilfe 1984 noch 36 Mitarbeiter gezählt, seien es heute mehr als 400 Mitarbeiter, die sich für rund 1000 Menschen mit und ohne Behinderung einsetzen.

Ungewöhnliche Wege gegangen

Der Diplomrechtspfleger kam in den 80er Jahren durch Erbrechtfragen zur Lebenshilfe, schilderte er dem dk in einem Porträt im März 2015. Behinderte Kinder waren damals nicht erbberechtigt. „Behinderte waren an das Haus ihrer Eltern gebunden. Sie nahmen am gesellschaftlichen Leben nicht teil.“ Angebote für Behinderte, ob nun Wohnen oder Arbeiten, seien Mangelware gewesen. Der Umgang mit Behinderten sei damals von Vorbehalten geprägt gewesen. Für ihr Vorhaben, in der 80ern in Bookholzberg ein Behindertenheim zu errichten, sei die Lebenshilfe „ziemlich angegriffen worden“, sagte Pallas. Um Behinderte in die Gesellschaft zu integrieren, „haben wir Sachen gemacht, die nicht normal waren“, sagte er damals. Unter ihm war die Lebenshilfe der Träger der ersten integrativen Krippe in Niedersachsen.

2009 mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

„Durch sein langjähriges ehrenamtliches Wirken gab Hans Karl Pallas ein nachahmenswertes Beispiel für Andere, sich für soziale Belange in unserer Gesellschaft und für die Verwirklichung der Rechte von Menschen mit Behinderung einzusetzen“, schreibt die Lebenshilfe. Für sein soziales Engagement wurde Pallas im Jahre 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.