Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Leerstand an der östlichen City Langes Warten beim Thäte-Haus in Delmenhorst

Von Frederik Grabbe | 14.10.2016, 19:34 Uhr

Rund eine halbe Million Euro: Das ist die Summe, die die Familie Thäte für das sogenannte Thäte-Haus an der Bremer Straße verlangt. Ein Verkaufsabschluss ist aber noch nicht in Sicht. Unterdessen fordert die SPD, den östlichen Eingang zur City aufzuwerten.

Es liegt an der östlichen Eingangspforte zur Delmenhorster Innenstadt, doch sonderlich einladend wirkt es nicht. Das Thäte-Haus an der Bremer Straße steht nun seit November 2013 leer. Auch zuvor hatte die Eigentümerfamilie immer wieder mit Leerständen zu kämpfen, auch abgeladener Müll und eingeschlagene Scheiben beschäftigt sie bis heute. Neues in Sachen Verkauf ist zwar noch nicht zu verkünden, aber unterdessen ist klar, welchen Kaufpreis die Eigentümer für das Objekt samt Grundstück in Innenstadt-Nähe verlangen: 525.000 Euro. Dies teilte Eigentümerin Rita Thäte gegenüber dem dk mit.

Objekt mit einer Gesamtfläche von 4600 Quadratmetern

„Gerne würde ich einen neuen Stand verkünden können. Leider gibt es aber nichts Spruchreifes“, so Thäte auf Anfrage. Sie spricht zwar von Gesprächen, Besichtigungen und vom Interesse verschiedener potenzieller Käufer, das immer wieder aufflackere, aber etwas Handfestes sei nicht zu verkünden. Ein Hindernis sei die Gesamtfläche von 4600 Quadratmetern in Erd-, Ober- und Dachgeschoss. Eine Fläche, die ein Gewerbetreibender erst einmal füllen muss. (Weiterlesen: Investor kauft zwei Gebäude in Delmenhorster City)

Stadt lehnte Wohnnutzung ab

Ein weiteres Hindernis: Schon 2008 wurde diskutiert, ob das Thäte-Haus ein Gewerbe bleiben muss. Damals wollte ein Investor ein Seniorenheim an der Bremer Straße ansiedeln, die Stadt allerdings wollte die Gewerbefläche erhalten und sah keinen Handlungsbedarf. Heute beklagt Rita Thäte die damalige „ablehnende Haltung“ der Stadt, zumal wenige Jahre später die Verwaltung 2014 sich doch eine Wohnnutzung vorstellen konnte. Zwischenzeitlich war der SoPo-Polsterdiscounter Mieter in dem Gebäude. Auf Anfrage war von der Stadt am Freitag vorerst noch keine Aussage zum Planungsstand am Thäte-Haus zu bekommen. Rita Thäte selbst jedenfalls will langen Atem beweisen, sie ist vom Wert des Grundstücks überzeugt. (Weiterlesen: Lob für die Delmenhorster City)

Eingeschlagene Scheiben, Müll auf dem Gelände

In diesem Schwebezustand leidet unterdessen das Gebäude selbst: Von Vandalen eingeschlagene Scheiben sind notverglast oder mit Sperrholzplatten bedeckt, Verpackungsmüll liegt in einem Eingang und Sperrmüll auf dem Grundstück. Laut Thäte habe die Bremer Familie „immer wieder“ mit Vandalismus zu kämpfen gehabt. Den Anblick in dem Bereich würde Bettina Oestermann gerne aufhübschen. Die Chefin der neuen SPD-Fraktion im Rat hält das Gebäude im jetzigen Zustand für ein „schlechtes Eintrittsportal“ für die Delmenhorster Innenstadt. Wolle man die City aufwerten, müsse man auch eine Wohnnutzung des Thäte-Hauses diskutieren, sagt sie. „2008 mag es zu wenig Gewerbeflächen gegeben haben, nun gibt es etwa in Stickgras mehr Raum fürs Gewerbe. Jetzt müssen wir uns fürs Thäte-Haus neue Gedanken machen.“ CDU-Fraktionschef Kristof Ogonovski spricht sich ebenfalls für eine Neu-Nutzung aus. „Es kann nicht im Sinne der Eigentümer liegen, wenn das Gebäude zusehends verfällt.“