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Lego-Börse in der Delmenhorster Markthalle Wie man sich seinen eigenen Palast baut

Von Frederik Grabbe | 09.07.2017, 19:33 Uhr

Der ans Kreuz genagelte Jesus, die Band Abba, ein Karrussel – oder ein Palast: Am Sonntag ließ sich in der Delmenhorster Markthalle wieder erblicken, was sich alles aus Lego alles bauen lässt.

Wenn man Menschen kennenlernen möchte, die mit allergrößter Leidenschaft ihr Hobby verfolgen, sollte man einmal in die Markthalle gehen, wenn dort die Lego-Börse über die Bühne geht. So wie am Sonntag.

Inventarliste umfasst rund 300 Einzelteile

Die vorherrschende Klangkulisse war ganz klar jenes Geräusch, das entsteht, wenn sich eine Hand durch einen Haufen Lego in einem Plastikbehältnis gräbt. Einer derjenigen, die dieses rauschende Wühlen erzeugten, war Sebastian Jurzig. Der 33 Jahre alte Bremer war auf der Suche nach Lego-Klötzchen, die sich in die Fassade oder ins Dach seines französischen Palastes einfügen, den Jurzig zuhause gerade baut. „Die Bauanleitung habe ich bei Ebay gefunden. Die Inventarliste umfasst rund 300 Bauteile.“ Sieben Seiten Papier hatte er dabei, auf denen all jene Steinchen abgebildet sind, die Jurzig für die Vollendung noch braucht. „Es waren mal 25 Seiten“, sagt er nach acht Monaten Bauzeit. Am Ende wird er rund 24.900 Einzelteile zusammengebaut und für seinen „Palast“ rund 3500 Euro bezahlt haben. „Sicher ist das viel Geld“, sagte er. „Aber der Wert hält sich ja.“

Dem Lego verfallen

Dem Lego verfallen, so konnte einige der Anwesenden beschreiben. Auf dem Tisch von Aussteller Andreas Hugel (55) waren beispielsweise Szenen aus Lego nachgestellt, die historische oder musikgeschichtliche Referenzen in sich trugen. Der ans Kreuz genagelte Jesus zum Beispiel („Den habe ich an Karfreitag gebaut“), Luther, wie er seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlägt, oder die schwedische Pop-Gruppe ABBA, um nur einige zu nennen. „Meine Ideen bekomme ich, wenn ich neben dem Lego-Sortieren Fernsehen gucke“, sagte Hugel.

Wie auf dem Kramermarkt

Auch jüngere Lego-Fans waren mit von der Partie. Pascal Stolz‘ (17) und Tim Matterns (16) Leidenschaft besteht beispielsweise darin, aus tausenden Einzelteilen Kirmes-Fahrgeschäfte nachzubauen, mit Motor zu versehen und sie in Gang zu setzen. Wie auf dem Kramermarkt. Nur eben kleiner.