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Lehrermangel in Niedersachsen Delmenhorster Gymnasiallehrer müssen aushelfen

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 02.02.2016, 13:59 Uhr

Rund 100 Lehrer fehlen landesweit, vor allem an Haupt-, Real-, Ober- und Grundschulen. Deshalb hat die Landesschulbehörde Gymnasien und Gesamtschulen in einem Schreiben um Hilfe gebeten.

Die Gymnasien und Gesamtschulen sollen Lehrer abgeben, die zunächst für ein halbes Jahr an anderen Schulformen aushelfen. Die beiden Delmenhorster Gymnasien beteiligen sich an der Hilfe, die Integierte Gesamtschule Delmenhorst (IGS) ist selbst auf der Suche nach Lehrern.

Maxe stellt eine Lehrkraft ab

Das Max-Planck-Gymnasium hat laut Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke nach dem Erhalt des Schreibens angeboten, mit einem Kontingent von 20 Unterrichtsstunden pro Woche auszuhelfen. Konsequenzen für den Unterricht an ihrer Schule wird dies laut Fitsch-Saucke nicht haben: „Wir sind ein großes System. Es wird deshalb kein Unterricht ausfallen“, erklärt sie. Voraussichtlich werde eine Lehrkraft für die Dauer der Hilfe an eine Oberschule in Delmenhorst oder nach Hude wechseln. Mit 40 Unterrichtsstunden pro Woche helfen Lehrer des Gymnasiums an der Willmsstraße ab sofort an anderen Schulen aus. Glücklich über die Abordnung seiner Lehrer ist Shulleiter Stefan Nolting nicht: „Es ist so und wird dann auch so gemacht“, sagt er.

IGS ist selbst auf Lehrersuche

Auch Ingo Fricke, Schulleiter der IGS, hat das Schreiben erhalten. Nachkommen kann er dem Hilfeersuchen allerdings nicht: „Wir haben keine Überhangstunden. Im Gegenteil: Wir suchen selber Lehrer“, erklärt Fricke. Das Lehrerangebot auf dem Arbeitsmarkt sei in Niedersachsen dürftig, besonders in den „klassischen Mangelfächern“ wie den Naturwissenschaften, Mathe oder Religion. Das beschreibt auch Nolting so: „Es werden gar nicht so viele Lehrer ausgebildet wie pensioniert“, berichtet er. „Der Markt ist leergefischt.“

Zu den Schulen, die durch die Abordnungen profitieren, gehört die Oberschule Süd. In welchem Umfang, ist laut Schulleiter Hergen Hillje noch nicht geklärt. „Das ist noch in der Schwebe“, sagt er. Der Bedarf liege aber ganz klar im Bereich der naturwissenschaftlichen Fächer.