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Lernen in Delmenhorst Spielhaus Beethovenstraße bietet Schwerpunkt Sprache

Von Marco Julius | 22.10.2015, 08:24 Uhr

Im Spielhaus Beethovenstraße in Deichhorst steht aktuell der Themenschwerpunkt Sprache an.

Türkisch, polnisch, russisch, arabisch, französisch, italienisch, albanisch, griechisch, tamilisch: Im Spielhaus Beethovenstraße in Deichhorst sprechen die Kinder viele Sprachen. Ein Stimmengewirr gibt es trotzdem nicht. Deutsch ist die gemeinsame Sprache, das wird gepflegt, erläutert Sonja Eberhardt, Leiterin des Spielhauses, die mit ihren Kolleginnen derzeit Kindern den Themenschwerpunkt „Sprache: Sprechen und schreiben“ anbietet.

Schwierigkeiten beim Lesen

Sieben Wochen lang gehen die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, unter denen noch keine Flüchtlingskinder sind, der Sprache auf den Grund. Warum? „Weil wir im Spielhaus, vor allem bei der Hausaufgabenbetreuung, festgestellt haben, dass viele Kinder Schwierigkeiten beim Lesen und beim Verständnis des Gelesenen haben“, sagt Sonja Eberhardt. „Sie verstehen oft die Aufgaben gar nicht, die ihnen gestellt werden.“ Zudem redeten manche Kinder oft auch wenig miteinander, wenn sie unterschiedliche Wurzeln haben – oder sie sprechen in Sätzen, die nur aus einem Wort bestehen. „,Kickerball’ heißt es dann anstatt ,Ich hätte gern den Kickerball’“, erläutert Sonja Eberhardt. Dabei sei Kommunikation so wichtig. Spielerisch, nicht schulisch will das Team vom Spielhaus helfen. Gestern zum Beispiel haben sich die Kinder mit Höhlenmalerei auseinandergesetzt, einer frühen Form von Schriftsprache, und sind dabei selbst kreativ geworden. Sie haben sich schon darüber informiert, woher Sprache und Schrift kommen, haben das Kleingedruckte auf Milchpackungen versucht zu verstehen, sich Gedichte angehört und selbst gereimt, Mitmachlieder gesungen oder darüber geforscht, was der eigene Name bedeutet.

Struktur und Kontinuität

„Mit den Schwerpunktwochen bringen wir eine feste Struktur und Kontinuität in den Ablauf, sonst haben wir eher den offenen Ansatz“, erläutert Sonja Eberhardt. Mit dem Themenschwerpunkt erreiche man die Kinder besser. „Die Kinder werden für das Thema Sprache sensibilisiert“, freut sich die Leiterin. Und das beim Spielen und kreativen Basteln quasi ganz nebenbei. „Die Kinder achten übrigens selbst sehr genau darauf, dass alle deutsch sprechen. Trotzdem lernen sie natürlich von anderen auch Vokabeln aus anderen Sprachen, vor allem Schimpfwörter.“

Alle Angebote kostenlos

In den kommenden Wochen stehen noch Programmpunkte wie Plattdeutsch, das Sprechen über große Entfernung früher und heute oder das Kochen einer Buchstabensuppe an. Alle Angebote der Themenwochen sind für die kostenlos.