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Lesung bei Decius „Online-Oma“ Renate Bergmann in Delmenhorst zu Gast

Von A. Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 09.03.2016, 12:55 Uhr

Torsten Rohde und Anke Siefken gastierten mit „Das bisschen Hüfte, meine Güte“ bei Decius. Die „Online-Oma“ wurde dabei lebendig.

Wenn Renate Bergmann einige Stunden nichts im Internet poste oder sich erlaube, auszuschlafen, meldeten sich üblicher Weise prompt erste Fans: Aus Sorge, der alten Dame könne etwas zugestoßen sein, berichtet Torsten Rohde. Und der muss es wissen: Denn er hat die Kunstfigur Renate Bergmann geschaffen. Hinter den mittlerweile drei Büchern aus „ihrer“ Feder und den vielen Twitter-Meldungen der 82-jährigen Berliner Trümmerfrau steckt in Wahrheit also ein 42-jähriger Mann.

Zur Lesung aus seinem zweiten Buch unter dem Pseudonym Bergmann („Das bisschen Hüfte, meine Güte“) ist Rohde am Dienstag gemeinsam mit der Schauspielerin Anke Siefken in der Buchhandlung Decius erschienen. Siefken rezitierte als Renate Bergmann aus Rohdes Buch – und die Verwirrung für manchen Zuhörer in der mit gut 80 Gästen gefüllten Buchhandlung war perfekt.

Online-Oma mit vier Ehemännern

Wenn offenkundig auch noch nicht jeder bei Decius um die wahre Identität der internetaffinen alten Dame wusste, so gab es doch, ebenso offenkundig, genügend andere Gäste, die die Bücher der „Autorin“ nahezu auswendig zu kennen schienen. Immer wieder verrieten sie ihren Sitznachbarn die bevorstehenden Gags, zappelten voller Vorfreude auf ihren Stühlen, während Siefken, in das obligatorische Taubenblau-Beige der Bergmann gehüllt, von „ihren“ vier Ehemännern erzählte.

Die eingefleischten Fans folgten dem Vortrag der Schauspielerin begeistert, ganz gleich, ob „die Bergmann“ von ihrer gebrochenen Hüfte, den Rauchern in der Reha oder auch von der heilenden Wirkung eines Schnapses schwärmte: Dieser drücke den Zucker.

Zwischen Lachen und Schnarchen

Nicht verschwiegen werden soll an dieser Stelle, dass andere Gäste dem Humor Rohdes rein gar nichts abgewinnen konnten, die Lesung aussaßen oder gar laut schnarchend an sich vorüber ziehen ließen.