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Lesung in der Stadtbücherei „Die Hinnerks“ trotzen dem Sturm in Delmenhorst

Von Thilko Gläßgen und Elena Dohrmann, Elena Dohrmann | 06.10.2017, 13:22 Uhr

Das Hörspiel „Die Hinnerks & der eiskalte Zauber" ist am Donnerstag in der Delmenhorster Stadtbücherei als Bühnenstück vorgetragen worden. Marcus Rudolph, alias Rabe Helmut, begeisterte mit seiner Stimme.

Während Sturmtief Xavier über Norddeutschland tobte, hat die Stadtbücherei zu einer gemütlichen Lesung der Abenteuergeschichte der Hinnerks eingeladen, um damit das Sprachgefühl unbeschwert zu fördern.

„Wir versuchen einen kleinen Beitrag für das Plattdeutsche zu leisten", nennt Autorin Christa Warncke ihre Ambition hinter den plattdeutschen Abenteuern der Hinnerks. Gemeinsam mit Marcus Rudolph, der dem Raben Helmut und der Erzählelfe seine unverkennbare Stimme lieh und der gebürtige Schwäbin Barbara Thiel, die zwar so gar nicht plattdeutsch aufgewachsen ist, aber dennoch das norddeutsche Schneckchen Bärbel sprach.

Leichter Einstieg ins Plattdeutsche

Im inzwischen dritten Teil der Abenteuererserie ist mit dem Golfstrom ein weiteres Naturelement aufgegriffen, welches den mehrheitlich jungen Zuschauern spielerisch näher gebracht wird. Viele von ihnen waren in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern in die Delmenhorster Stadtbibliothek gekommen und folgten dem Altershinweis von fünf bis 99 Jahren bildhaft. Jung und Alt konnten dem Hörspiel aber auch ohne Plattdeutschkenntnisse folgen. So sind immer mal wieder plattdeutsche Elemente, wie „wat moi" oder „Feernkieker" für Fernglas eingebaut.

Marcus Rudolph begeistert mit Stimme

Insbesondere Synchronsprecher und Radio Bremen Legende Marcus Rudolph verzückte die Zuschauer mit seinen vielfältigen Stimmlagen: Einerseits mit quarkiger Stimme, die stets etwas miesepetrig wirkt in der Rolle des eitlen Raben Helmut, der jedes Mal zum Applaus auffordert, bevor er den Schnabel öffnet. Andererseits auch wieder als blonde Erzählelfe mit Perücke, die mit viel Gelächter durch das Stück führt. Unterlegt ist das gesamte Hörspiel mit vielen kleinen Hintergrundgeräuschen, wie Möwengeschrei und brechenden Wellen, die Nordseeatmosphäre in die Stadtbibliothek bringen.

Unterstützung gab es auch vom Präsidenten der Oldenburgischen Landschaft, Thomas Kossendey, der sich als echter Anhänger des plattdeutschen Dialekts outete und die Potenziale des Hörspiels lobte: "Es ist wichtig, dass die Angst vor einer fremden Sprache spielerisch abgebaut wird." Er sieht den plattdeutschen Dialekt auch bei der jungen Generation wieder auf dem Vormarsch.