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Letzte Frist für „schwarze“ Hunde Delmenhorster Hundehaltern droht Bußgeld ab 200 Euro

Von Britta Buntemeyer | 22.06.2015, 19:32 Uhr

Die Stadt will schärfer gegen Hundehalter vorgehen, die ihre Tiere bislang nicht angemeldet haben. Sie verschickt Infoschreiben, ab August gibt es Kontrollen von Hundebesitzern im Stadtgebiet.

Mit Bußgeldern in Höhe ab 200 Euro müssen Hundehalter rechnen, die ihre Tiere bislang nicht bei der Stadt angemeldet haben. 4042 Hunde von 3700 Haltern sind nach Angaben von Stadtsprecher Timo Frers gemeldet, die Steuereinnahmen betragen etwa 400000 Euro pro Jahr. Eine „Schonfrist“ gibt es bis zum 31. Juli. Wer bis dahin seinen Hund an- oder nachgemeldet hat, entgeht dem Bußgeld. Etwa zwischen 800 und 1000 Euro liegt die Maximalhöhe.

Steuern können vier Jahre nachgezahlt werden

Ab diesem Dienstag verschickt die Stadt Informationsschreiben zur Anmeldung der Vierbeiner. „Wir haben uns erkundigt, wie dieses Thema in anderen Gemeinden gehandhabt wird“, erklärt Horst Janocha, Fachbereichsleiter Bürgerangelegenheiten. Wer das Schreiben bekommt und keinen Hund besitzt, müsse nichts tun. Alle anderen, die ihr Tier noch nicht gemeldet haben, bekommen noch eine „Schonfrist“ bis zum 31. Juli, um einem Bußgeld zu entgehen. Rückwirkend bis zu vier Jahre können Steuern nachgezahlt werden.

Kontrollen ab August

Ab August werden dann sechs Mitarbeiter der Stadt Hundebesitzer jeweils zu zweit im gesamten Stadtgebiet ansprechen und nach der Steuermarke fragen. Sie können auch prüfen, ob der Hund gechippt ist. Die Steuermarke hat jeder registrierte Hund zu tragen. Die Kontrolleure haben laut Janocha Dienstausweise bei sich und die Bürger sind ihnen gegenüber auskunftspflichtig. Wie hoch die Zahl der nicht angemeldeten Hunde ist, könne nicht gesagt werden. „Wenn wir zehn Prozent mehr erreichen, sind wir zufrieden“, sagt Janocha. Die Stadt rechnet mit Steuermehreinnahmen von mehreren Zehntausend Euro.

Viele versuchen zu tricksen

Viele versuchen nach Auskunft des Fachbereichsleiters auch, bei der Steuer zu tricksen. So etwa, wenn ihr Hund ein Mischling mit Kampfhundanteil ist. Denn für die als gefährlich einzustufenden Tiere gelte der vierfache Steuersatz. „Ein Hund ist schon als gefährlich einzustufen, wenn er zu einem Viertel Kampfhund ist“, weiß Janocha. Ein weiteres Beispiel: Im Haushalt einer Familie aus Mutter, Vater und Kind leben drei Hunde und jedes Tier ist unrechtmäßig als Ersthund des jeweiligen Familienmitglieds gemeldet. Nach der Erhöhung der Hundesteuer im vergangenen Dezember sind für den Ersthund 108 Euro zu zahlen, für das zweite Tier 156 Euro.

Ankündigung hat bereits Signalwirkung

Die Stadt hofft nun, das Thema Hundesteuer mehr ins Bewusstsein zu rücken. Bereits nach der ersten Ankündigung weiterer Maßnahmen gegen „Steuersünder“ vergangene Woche hätten viele Hundebesitzer ihren Vierbeiner nachgemeldet. „Wir brauchen Steuergleichheit“, sagt Janocha. „Die Menschen, die gesetzestreu handeln, sollten nicht die Dummen sein.“

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