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Letzte Punkte geklärt Klinikum Delmenhorst vorerst gerettet

Von Michael Korn | 20.11.2015, 16:03 Uhr

Eine mögliche Insolvenz des Klinikums Delmenhorst scheint erneut vorerst abgewendet zu sein: Wie die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Geschäftsleitung des Krankenhauses am Freitag, 20. November, bestätigten, haben sich beide Seiten auf einen gemeinsamen Zukunftsvertrag geeinigt.

Eine mögliche Insolvenz des Klinikums Delmenhorst scheint erneut vorerst abgewendet zu sein: Wie die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Geschäftsleitung des Krankenhauses am Freitag, 20. November 2015, bestätigten, haben sich beide Seiten auf einen gemeinsamen Zukunftsvertrag geeinigt, der die finanzielle Sanierung des Klinikums sowie „viele Arbeitsplätze“ sichern soll. Marburger Bund und Klinikleitung bewerten das Ergebnis leicht unterschiedlich.

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Klinikum-Chef äußert sich „zufrieden“

Thomas Breidenbach, Geschäftsführer des Klinikums Delmenhorst, erklärte zu den abschließenden Verhandlungen mit dem Marburger Bund: „Die Ärzte des Klinikums Delmenhorst und die Geschäftsführung sind mit dem Eckpunktepapier zufrieden. Die Verhandlungen wurden hart geführt und verlangten Zugeständnisse von allen Seiten. Doch nun zählt allein das Ergebnis: Die heutige Einigung ist ein weiterer, wichtiger Schritt zur Sicherung vieler Arbeitsplätze und einer zukunftsfähigen stationären Gesundheitsversorgung in Delmenhorst.“

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Gehaltsverzicht in den Jahren 2016 und 2017

Der Marburger Bund bekräftigte, dass die Mitarbeiter des Klinikums Delmenhorst in den Jahren 2016 und 2017 auf einen Teil ihres Gehalts verzichten. Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Landesverbandes, zeigte sich laut einer Mitteilung zufrieden über den Verhandlungserfolg: „Die Forderungen des Marburger Bundes konnten im Wesentlichen durchgesetzt werden. Eine Einbindung aller Mitarbeitenden über gut funktionierende Mitbestimmungsstrukturen ist nach unserer Überzeugung Voraussetzung für den Erfolg der neuen Holding. Dafür haben wir erfolgreich gekämpft.“

Marburger: Arbeitsrecht vermischt sich

Die Stadt Delmenhorst und die Stiftung St. Josef-Stift Delmenhorst wollen ihre Krankenhäuser in eine gemeinsame Holding einbringen. Hier vermischt sich laut Marburger Bund „kaum kompatibles staatliches und kirchliches Arbeitsrecht“. Deshalb habe dieser Punkt eine besondere Herausforderung in den Verhandlungen dargestellt. Die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer drohten drastisch beschnitten zu werden. Ein gemeinsames Gremium zur Harmonisierung der beiden Welten sei nicht vorgesehen gewesen. Auch beim Sanierungsausschuss, einem Gremium zur Kontrolle des Sanierungsprozesses mit Beteiligung der Gewerkschaften, habe sich der Marburger Bund durchsetzen können.