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Lichterglanz in Delmenhorst Unternehmer fühlt sich bei Winterbeleuchtung übergangen

Von Frederik Grabbe | 29.11.2017, 16:15 Uhr

Die neue Winterbeleuchtung ist ein Hingucker. Allerdings hätte man diese auch gerne an der Langen Straße zwischen Friedrich-Ebert-Allee und Bremer Straße gesehen.

Die Winterbeleuchtung hat sich unter anderem beim Lichterzauber auf dem Schweinemarkt vor wenigen Tagen schon einmal bestens bewährt. Nun werden Stimmen laut, die gerne diesen Glanz am östlichen Ende der Langen Straße zwischen Friedrich-Ebert-Allee und Bremer Straße gesehen hätten. „Wir wurden von der Wirtschaftsförderung nicht angesprochen, ob wir uns beteiligen wollen“, klagt Raumausstatter Joachim Faust. Er fühlt sich darum vergessen. „Wir gehören doch auch zur Langen Straße“. Chef-Wirtschaftsförderer Axel Langnau sagte, man sei nur für den neu gestalteten Bereich zuständig gewesen.

Lichterglanz würde dem abgeschnittenen Ende der Langen Straße sicherlich guttun

Der Lichterglanz würde dem abgeschnittenen Ende der Langen Straße sicherlich guttun: Seit Jahren vegetiert der Bereich vor sich hin. 2018 wird, wie berichtet, Friseur Caner Kiran den Platz für die AOK räumen. Damit geht einer der wenigen engagierten Geschäftsinhaber der östlichen City verloren.

Weihnachtsbeleuchtung wäre vorhanden – genügend willige Unternehmer nicht

Das scheint auch der Knackpunkt zu sein: Selbst wenn man die Winterbeleuchtung auf den Bereich ausdehnte – so wie es Kaufleutesprecher Christian Wüstner auf Nachfrage anregt – würde man nicht genügend Unternehmer finden, die sich auch an den Kosten beteiligten. Das fürchtet zumindest Phillip Wieting, Inhaber des gleichnamigen Orthopädiegeschäfts. Gemeinsame Werbeaktionen für die östliche Lange Straße, so Wieting, seien zuletzt selbst an geringen Beträgen gescheitert. Das bestätigt auch Friseur Kiran: „Bis vor sieben Jahren hing bei uns ja sogar eine eigene Weihnachtsbeleuchtung. Aber selbst die Kosten fürs Auf- und Abhängen wollten am Ende nur wenige zahlen.“ Diese ehemals 14.000 Euro teure Beleuchtung liegt nun bei Kiran verstaut, der ebenfalls nicht an viel Resonanz für Wüstners Idee glaubt – auch wenn der Friseurmeister selbst die Idee „traumhaft“ findet.

AOK könnte mehr Zug in östliche City bringen

Einen Hoffnungsschimmer gibt es trotzdem: So nennt Kiran das frühere Thäte-Haus, in dem die neue Eigentümerfamilie Sen einen Brautmodeladen einrichten will. Zudem errichtet nach Juli 2018 die AOK einen Neubau in der östlichen City. Allein die AOK zählt derzeit am Hans-Böckler-Platz täglich 150 Besucher. Beide Entwicklungen könnten neuen Zug in die östliche Innenstadt bringen – und somit mittelfristig neue Perspektiven für eine Winterbeleuchtung.