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Linoleum Werk Delmenhorst DLW mit neuem Namen und frischem Wind

22.07.2015, 14:28 Uhr

Nach harten Einschnitten ist die Insolvenz abgewendet. Unter dem neuem Namen DLW Flooring GmbH will das Traditionsunternehmen an der Ludwig-Kaufmann-Straße zurück in die Erfolgsspur.

Delmenhorst. Es ist der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Die neue DLW ist am Start. Der Namenszusatz Armstrong ist passé, mit ihm ist auch der amerikanische Mutterkonzern verschwunden. Seit dem 19. Juni heißt das mitten in der Stadt an der Ludwig-Kaufmann-Straße gelegene Linoleum-Werk DLW Flooring GmbH. Die niederländische Fields Group ist eingestiegen, so konnte die Insolvenz abgewendet werden. 45 von etwa 305 Kollegen mussten allerdings gehen. Doch jetzt sei, nach einer sehr einer emotionalen Phase mit vielen Ängsten, frischer Wind zu spüren. „Das Vertrauen der Kunden ist da“, sagt Heinrich Leiber, bei der DLW Flooring GmbH unter anderem für Umweltschutz, Gesundheit und Arbeitsplatzsicherheit zuständig. Er hat am Mittwoch CDU-Landtagsabgeordnete der Oldenburger Gruppe und den CDU-Ratsherrn Heiner Albers durch das Werk geführt.

Traditionsunternehmen mit Zukunft

Die hiesige Landtagsabgeordnete Annette Schwarz freute sich, dass das Traditionsunternehmen Zukunftsperspektiven habe. „Sie haben eine große Herausforderung mit harten Einschnitten wuppen müssen“, sagte sie in Richtung Leiber.

„In den vergangenen vier Wochen sind die Auftrags- und Umsatzzahlen gestiegen, die Kunden sind zurück und halten uns die Treue“, machte Leiber klar und zeigte optimistisch den Weg aus der Krise auf. Der soll auch durch ein neues Produkt gangbar werden. Mit „Naturecore“, einer Neuentwicklung, gibt es Linoleum jetzt auch in Planken, die praktischer seien als die großen Bahnen, und zudem in Holzoptik. „Damit folgen wir einem Trend“, sagte Leiber.

Der Delmenhorster Standort ist eine von weltweit nur drei Produktionsstätten, die anderen liegen in Holland und Italien. Delmenhorster Linoleum, ein Naturprodukt – vor allem aus Leinöl, Holzmehl, Kork, Harz, Kreide und Jute – kommt als Bodenbelag in Krankenhäusern, Altenheimen, in Praxen und Büros, in Schulen, Museen, Hotels und Turnhallen zum Einsatz, es findet sich aber zunehmend auch in Privathaushalten. Und das Delmenhorster Produkt ist weltweit vertreten, etwa im „Vogelnest“, dem Nationalstadion in Peking, das zu den Olympischen Spielen 2008 eröffnet wurde.

Mit Liebe hergestellt

Acht Millionen Quadratmeter Linoleum hat das Unternehmen zuletzt jährlich verkauft, 800 Rollen verlassen pro Tag das 28 Hektar große Betriebsgelände. „Wir stellen mit Liebe das her, was andere dann mit Füßen treten“, sagte Leiber augenzwinkernd. Es ist also wieder Raum für Humor da, das ist zumindest für die verbliebenen Mitarbeiter ein gutes Zeichen.