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Machbarkeitsstudie in Arbeit SPD: Pultern-Gelände in Delmenhorst soll Park werden

Von Frederik Grabbe | 14.06.2017, 18:19 Uhr

Wie soll die Stadt künftig mit dem früheren Pultern-Areal umgehen? Diese Frage hat am Dienstag die Mitglieder des Planungsausschusses des Rates beschäftigt. Trotz eines beschlossenen Antrags kam das Gremium in dieser Frage nicht so recht weiter. Den Anstoß hatte ein Antrag der SPD-Fraktion auf Anregung ihrer Seniorengruppe, der AG 60plus, gegeben.

In dem Antrag fordert die SPD unter anderen, das Areal in einen öffentlichen Park umzuwandeln, den See zu renaturieren und einen Wanderweg um den See anzulegen. Die Idee, das Areal zu einem Naherholungsgebiet zu machen, stieß im Gremium auf offene Ohren. Detlev Roß (SPD) und Heinrich-Karl Albers (CDU) erinnerten sich an die Ortsbesichtigung vor zwei Jahren, als sich der Ausschuss schon einmal ein Bild machte, damals habe man „für den Erhalt von Natur und Landschaft“ (Albers) gekämpft. Auch Peter Stemmler von der UAD sprach sich für ein naturbelassenes Areal aus.

Pultern-Pläne kurz vor Beschluss zurückgestellt

Stadtplaner Ulrich Ihm allerdings erinnerte an einen Beschluss des Verwaltungsausschusses im März 2014, wonach die Stadt einen Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet in Kombination mit einem Naherholungsgebiet erarbeiten sollte. „Die Verwaltung hat für Sie alle Unterlagen erarbeitet. Ein entsprechender Aufstellungsbeschluss für das Gesamtareal wurde aber im April 2015 von diesem Ausschuss zurückgestellt“, rügte er die Politik.

Umweltausschuss lehnte Schutzgebiet ab

Zudem sei gesagt, dass erst am 30. Mai, vor zwei Wochen also, der Umweltausschuss ein mögliches Landschaftsschutzgebiet auf dem Pulterngelände abgelehnt hat. Unter anderem hatte die Politik argumentiert, die Fläche solle ja als Gewerbegebiet vermarktet werden. Das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was nun im Planungsausschuss befürwortet wurde.

„Erschließung würde viel Geld kosten“

„Die Geschichte ist ein Elend“, sagte Helmut Blauth, beratendes Mitglied von der Landesjägerschaft. Erst vor Jahren sei viel Geld in Naturausgleichsflächen in dem Bereich geflossen. Blauth sieht in einer möglichen Erschließung als Gewerbegebiet wegen des Untergrunds hohe Kosten auf die Stadt zukommen. Wie auch BUND-Vertreterin Dr. Yvonne Ingenbleek forderte er, den Bereich als Naturfläche zu belassen.

Am Ende wurde die Verwaltung mehrheitlich beauftragt, eine Machbarkeitsstudie anzufertigen, die Nutzungsmöglichkeiten für das ehemalige Pultern-Areal aufzeigt. Eine Festschreibung, einen Park zu realisieren, gibt es also nicht. Hierüber entscheidet nun der Verwaltungsausschuss.